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Tunis, die 'geteilte' Stadt

Tunis, die 'geteilte' Stadt
12. Juli 2017

Das Auswärtige Amt rät aktuell bei Reisen nach Tunesien zur Vorsicht. Aber die Vorsicht sollte man nicht nur bei Reisen in die weite Welt walten lassen. Auch bei uns zu Hause gibt es keine garantierte Sicherheit vor Terror und Verbrechen.

Tunesien ist ein wunderschönes Land. Die Tunesier sind auf den Tourismus angewiesen. Die Hauptstadt selbst gehört eigentlich nicht zu den populären Reisezielen am nördlichsten Zipfel von Afrika. Hammamet, Djerba oder Monastir sind die Ziele, die einem bei der Nennung von Tunesien einfallen.

Wir wollen aber die Tradition der Städtetrips hier mit dieser Serie fortführen. Die Hauptstadt Tunis ist mit ihren verwinkelten Altstadtgassen, den Boulevards und den historischen Plätzen ganz sicher: die Seele des Maghreb. Tunesien, Algerien und Marokko - die Maghreb-Staaten - haben schon wegen ihrer Geographie und ihrer Geschichte viele Gemeinsamkeiten.

Wer einmal durch die Souks von Tunis geschlendert ist, wird das mit der Seele verstehen. Aber auch abseits der geschäftigen Märkte mit dem bunten Treiben, den exotischen Gerüchen der Gewürzshops und den schmeichelnden Stimmen der Stoffhändler, Schuhverkäufer und Parfümverkäufer, gibt es in Tunis viel Balsam für die Augen.

Ehrwürdige Kolonialbauten, prachtvolle Moscheen und mächtige Stadttore säumen die staubigen Straßen. ‚Überleben’, was die Versorgung anbelangt, ist in den vielen preiswerten Cafés und einfachen Straßenrestaurants leicht. Touristen mit überhöhten Preisen zu neppen, käme einem Tunesier nicht in den Sinn, obwohl Handeln zur Einkaufskultur gehört. Ein Europäer, der in den Souks nicht handelt, wird nicht so recht ernst genommen.

Die tunesische Hauptstadt ist eine ‚geteilte’ Stadt. Der eine Teil ist die historische Altstadt, die Medina, der andere die koloniale Neustadt. Ein ‚Must‘ ist ein Besuch im Nationalmuseum von Bardo. Im größten archäologischen Museum Tunesiens ist die bedeutendste Sammlung von römischen Mosaiken weltweit zu sehen.

Exponate aus der Frühgeschichte, vom alten Karthago bis zum islamischen Tunesien, sorgen für Staunen. Das Museum ist im Harem eines ehemaligen Herrscherpalastes aus dem 13. Jahrhundert untergebracht, was für sich betrachtet schon einen Ausflug wert ist. Nur zehn Kilometer in Richtung Osten sind es bis zu den Ruinen des antiken Karthago. Die archäologische Ausgrabungsstätte gehört zum UNESCO-Weltkulturerbe.

Was man unbedingt gesehen haben soll, ist das 20 km entfernte Sidi Bou Saïd. Im Januar oder Februar wird in diesem kleinen Küstendörfchen mit den blau-weiß gestrichenen Häusern der Frühling vorgezogen. Blumenschmuck soweit das Auge reicht und dazu Blicke auf das tiefblaue Meer, die von keiner Kitschpostkarte übertroffen werden können.

Eigentlich ist ja Couscous das tunesische Nationalgericht. Wir haben uns aber für Ojja entschieden. Das gleich zum Frühstück, um damit allem Magenknurren im Laufe eines langen Tages aus dem Weg zu gehen. Ojja ist eine besondere Form von Spiegeleiern, eher eine Suppe, die man gut mit Weißbrot tunken kann. Eine unterhaltsame Speise, die von mehreren Personen gleichsam direkt aus der Pfanne gegessen wird.

Den ganzen Tag über wird immer und überall Pfefferminztee getrunken. Richtig süß muss er sein. Den Europäern wird gesagt, man müsse Salziges essen bei der Hitze, die Nordafrikaner halten sich nicht daran. In den Tee gehören ein paar Stück Zucker.

Unterwegs bei den Trips durch die Stadt haben wir den Kalorienbedarf öfter Mal mit Halva gestillt, das ist wie türkischer Honig. Die Grundmasse besteht aus Sesamsamen, Zucker, Honig und Öl. Fertig ist das eine weiße, feste Masse, die entweder mit Mandeln oder Pistazien angereichert und verziert wird. Halva gibt es in Tunis an jeder Straßenecke. Aber Vorsicht, in des Tagesrucksack gehören unbedingt viele Feuchttücher, die Finger kleben von dem supersüßen Halva richtig schön zusammen. Kalorien zählen braucht man dabei auch nicht anfangen. Auch bei Halva gilt, viel Süß hilft bei großer Hitze.

Flüge nach Tunis sind billig. Ab 48 Euro findet man schon Schnäppchenangebote und kann auf dem Aéroport International landen. Privatzimmer findet man ab 20 Euro mitten in der Stadt. Hotels beginnen ab rund 30 Euro. Schlafen in Tunis kostet kein Vermögen.

Das Team der gewuerzhelden.de ist sich ganz sicher, dass der Trip nach Tunis zu einem unvergesslichen Erlebnis wird und wünscht gute Reise. Das Rezept für Ojja wird im nächsten Blog nachgereicht, versprochen.