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Der Ausflug ins Elsass

Der Ausflug ins Elsass
22. Oktober 2019

Es gibt im Elsass viele schöne Freizeitbeschäftigungen, gut Essen gehört jedenfalls dazu. Das Team der gewuerzhelden.de hat sich auf Spurensuche gemacht.


Auf den ersten Blick wirkt das Elsass wie eine Märchenkulisse. Urige kleine Dörfer und Städtchen mit jahrhundertealten Fachwerkhäusern und Storchennestern auf den Dächern sorgen für große Augen. Wir fahren durch einladende Weinlandschaften, die in herbstlich bunter Farbfülle getaucht sind. Eine Weinstube nach der anderen lockt mit Speisen und Spezialitäten am Wegesrand.

Straßburg, Colmar, Mulhouse, Sélestat fliegen fast zu schnell vorbei. Historische Altstädte und Schlösser mit großen und kleinen Sehenswürdigkeiten wollen besichtigt werden. Gelandet sind wir in dem kleinen Ort Kaysersberg. Das kleine Städtchen an der Weinstraße, in der Nähe von Colmar, ist der Geburtsort von Albert Schweitzer, dem Urwalddoktor und Friedensnobelpreisträger.

Ein kleines Lokal, das La Table d’Olivier Nast, war das Ziel. Olivier Nasti und seine Equipe zeigte uns, weshalb die französische Küche zu den Kulturgütern gehört. Die Auszeichnung 'Maître cuisinier de France' hat der Chef sicher verdient.

Uns stand aber der Sinn nach einem typisch Elsässer Gericht, deftig und für den großen Hunger. Choucroute garnie mit einer Auswahl von gepökeltem und geräuchertem Schweinefleisch haben sie bestellt.

Choucroute garnie ist ein Sauerkraut mit Weißwein und quasi ein Elsässer 'Nationalgericht'. Die Franzosen bestellen 'un grand plat', eine große Platte also.

Genau das ist es auch. Ein großer Berg Sauerkraut, serviert mit verschiedenen Würsten und geräuchertem Speck, Pökelfleisch und Schweinerippen. Dabei sind Salzkartoffeln und Petersilie. Unbedingt dazu gehört der scharfe Senf. Es hat auf alle Fälle sehr gut geschmeckt und alle haben sich die Bäuche gehalten. Hungrig ist bei der großen Platte sicher keiner vom Tisch aufgestanden.

Wieder zu Hause angekommen, haben wir wie immer das Gericht nachgekocht und versucht den exzellenten Geschmack des Sauerkrautes möglichst genau zu treffen.

Das Sauerkraut, es muss nicht aus dem Elsass kommen, sollte aber nicht vorgekocht sein. Zuerst haben wir es zweimal in lauwarmem Wasser gewaschen. Die Häufigkeit der Waschung hängt vom Salzgehalt und vom Grad der Vergärung ab. Schön mit den Fingern ausgedrückt und wieder aufgelockert landet es erst einmal in einer Schüssel.

Schweineschmalz ist schon von Anfang an eines der wichtigen Geheimnisse für den guten Geschmack. Beim Andünsten im großen Eisentopf ist die Temperatur entscheidend. Bei mittlerer Hitze und ohne Eile werden die zuvor fein gehackten Zwiebeln glasig gedünstet, erst dann kommt das Sauerkraut hinein.

Rund ein halber Liter trockenen Weißwein braucht es zum Kochen. Ein Frankenwein ist genau richtig, ein Silvaner oder ein Müller-Thurgau passen perfekt ins Kraut. Bei Knoblauch, dem Thymian und dem Lorbeerblatt mussten wir nur ins eigene Regal greifen. Eine gute Handvoll Wacholderbeeren runden den Geschmack ab. Das Fleisch wird oben draufgelegt und der Topf mit dem Eisendeckel kommt für rund eineinhalb Stunden in den Backofen.

Auf die Würste haben wir diesmal verzichtet. Man war sich aber einig, dass würzige Rindswürste hervorragend dazu passen könnten. Allerdings sollte man die in einem Topf mit Wasser extra ziehen lassen, damit sie nicht aufplatzen.

Also, Augen zu und genießen. Wir von den Gewürzhelden wünschen jedenfalls guten Appetit und viel Spaß beim Nachkochen.