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Budapest

Budapest
6. März 2018

Es brauchte keine 100 Euro, um von Frankfurt aus nach Budapest zu fliegen. Bei der Wizz Air, der größten Low-Cost-Fluggesellschaft für Mittel- und Osteuropa, sind wir fündig geworden, 89 Euro für den Flug.

Der Budapester Flughafen ‚Liszt Ferenc‘ liegt fast 20 Kilometer südöstlich der ungarischen Hauptstadt. Eine bequemer Transfer war der Shuttlebus von miniBUD. Der hat uns für ein paar Euro direkt zu unserer Unterkunft gebracht.

Wir haben uns ein liebevoll eingerichtetes Hostel im Herzen der Stadt ausgesucht. Das Lavender Circus liegt genau gegenüber dem Ungarischen Nationalmuseum. Der Verkehrsknotenpunkt Kálvin Tér mit seinen zwei U-Bahn-Linien und verschiedenen Straßenbahn- und Bushaltestellen ist nur etwas mehr als 100 Meter entfernt, der ideale Ausgangspunkt um die Stadt zu erkunden.

Das erste, absolute Muss in Budapest ist die Kettenbrücke. Die älteste und bis heute bekannteste Budapester Donaubrücke verbindet das östliche Buda mit dem westlichen Pest. Das Bauwerk feierte im letzten Jahr ein besonderes Jubiläum. Am 24. August 1842 war die Grundsteinlegung für die Széchenyi-Kettenbrücke, wie sie korrekt genannt wird.

Graf István Széchenyi war die treibende Kraft, um eines der Hauptprobleme, eine Verbindung zwischen den beiden, damals noch unabhängigen Städten Buda und Pest, zu lösen. Es wurden in den vorangegangenen Jahrhunderten im Sommer immer wieder Pontonbrücken gebaut. Die mussten im Winter, mit Beginn der Eisbildung, aber wieder abgebaut werden. Auch der Transportweg, über die später zugefrorene Donau, war nicht besonders zuverlässig. Eine Brücke musste her. Für einen Brückenbau mit Holz und Steinen, wie damals üblich, war die Donau zu breit. So wagte man sich zum ersten Mal an eine Eisenkonstruktion mit Material aus England.

Den Sprengkommandos, der sich zurückziehenden deutschen Truppen, ist sie im Januar 1945 zum Opfer gefallen. Im November 1949 hat man sie, wieder vollkommen hergestellt, neu eröffnet.

Für unser Urlaubsfoto haben wir uns das Motiv mit der Hängebrücke und der Budaer Burg im Hintergrund natürlich nicht entgehen lassen.

Bei unseren Spaziergängen haben wir in der Donaumetropole eine einzigartige Mischung aus modernen Bistros und traditionellen Cafés gefunden. Überall findet man umfangreiche Kunstausstellungen. Lokale mit Live-Musik sind immer rappelvoll und das Gedränge ist groß.

In Budapest kann man als Besucher garantiert nicht verhungern. Es gibt an jeder Ecke etwas zu Essen. Fastfood wie Döner oder Pizza gibt es in jeder kleinen Bude am Straßenrand. Aber auch die Restaurants in Budapest lassen keine Wünsche offen.

Angesagt waren bei uns deftige Gerichte, immer mit einem großen Bier. Budapest ist etwas für Fleischliebhaber und Leute, die auch gerne mal einen trinken. Wärmstens empfehlen können wir das Gundel. Das Gundel ist seit 1894 in Budapest eine Institution. Die Fahrt in den wunderschönen Stadtwald lohnt sich allemal.

Das Restaurant ist in einem um die Jahrhundertwende gebauten Palast untergebracht. An den Wänden hängen Gemälde ungarischer Künstler aus dem 19. und 20. Jahrhundert. Das Essen wird auf wertvollem Herendi- oder Zsolnay-Porzellan mit Silberbesteck serviert. Das Gundel Orchestra spielt live für die Gäste auf.

Auf der Karte stehen ausschließlich traditionelle Gerichte, die nach Originalrezepten zubereitet werden. Wir haben uns für eine ungarische Gulaschsuppe à la Karl Gundel nach einem Rezept von 1910 entschieden, für 4100 Forint, das sind ungefähr 13,50 Euro, bei diesem Ambiente nicht zu teuer. Es gibt nur eine Bewertung: Superspitzenlecker.

Aber die größte Enttäuschung war, unter Gulasch verstehen die echten Ungarn eigentlich eine Gulaschsuppe. Das, was bei uns als ‚echt Ungarisches Gulasch‘ beschrieben wird, ist etwas anderes.

Gulasch hieß in Ungarn ursprünglich ‚Gulyásos Leves‘ - übersetzt: Suppe nach Rinderhirten Art. Der Rinderhirte kochte damals seine Gulaschsuppe aus allem was er an Fleisch vorfand, aber nicht aus Rindfleisch. Das Rind, das er im Auftrag seiner Besitzer hütete, musste ganz bleiben und so hat er Lamm-, Geflügel- oder Schweinefleisch für sein Suppe auf dem offenen Feuer verwendet.

Wir haben jedenfalls beschlossen, dem Gulasch in der von uns gewohnten Form nachzugehen. Zu Hause werden wir versuchen, die Erfahrungen aus der echten Gulaschsuppe mit unserem Bild von Rindergulasch unter einen Hut zu bringen.

Vor lauter Essen und Trinken, das Bier und der Wein ist alleine schon eine Reise wert, sind die Sehenswürdigkeiten der Stadt etwas in den Hintergrund geraten. Wir können deshalb nur empfehlen: Nehmt euch für Budapest ein paar Tage mehr Zeit, es gibt wirklich viel zu sehen und zu erleben, es lohnt sich.

Viel Spaß dabei wünscht das Team der gewuerzhelden.de.