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28. November 2017

London zur Weihnachtszeit

Es wird noch eine ganze Weile dauern, bis England nicht mehr zur EU gehört. London wird dann wohl nicht mehr so einfach und selbstverständlich erreichbar sein.

Gute Gelegenheit gerade jetzt in der Vorweihnachtszeit zu sehen, was in London so alles glitzert, funkelt und leuchtet.

Das englische Weihnachtsfest ist ein Familienfest. Unzählige Einkaufsmöglichkeiten für Weihnachtsgeschenke, Shows und andere Aktivitäten werden in der Stadt immer für die ganze Familie angeboten.

In der ganzen Stadt verteilt findet man Eisbahnen, Schlittschuhlaufen ist sehr beliebt. In den vielen aufgebauten Santa-Grotten können die Kinder den Weihnachtsmann persönlich treffen.

Der besinnliche Mittelpunkt im Londoner Weihnachtsrummel ist der riesige geschmückte Weihnachtsbaum am Trafalgar Square. Traditionell wird dieser Baum seit 1947 alljährlich von der Stadt Oslo gespendet. Er ist als Dank der Norweger für die britische Unterstützung im Zweiten Weltkrieg gedacht.

Das Weihnachts-Geschenke-Einkaufsparadies ist der Leicester Square. Unzählige Einkaufsmöglichkeiten und weihnachtliche Gaumenfreuden buhlen um die Gunst der Besucher. In der Mitte ist ein belgisches Spiegelzelt aufgebaut. Musik, Kabarett, eine Kinderdisko und Burlesque-Darbietungen werden während der ganzen Vorweihnachtszeit geboten.

Den Hyde Park haben die Londoner in ein einziges Winter-Wonderland verwandelt. Man findet einen riesigen Weihnachtsmarkt, verschiedene Jahrmarkt-Attraktionen und Shows. Auf der atemberaubenden Eisbahn sollte man auf jeden Fall eine Runde um den viktorianischen Musikpavillion drehen.

Um das weihnachtliche London aus der Vogelperspektive zu sehen, lohnt sich eine Fahrt mit dem London Eye. Die Aussicht von ganz oben zu genießen und sich dabei in den angenehm beheizten Kabinen mit feierlicher Musik berieseln zu lassen, ist schon eine schöne Vorbereitung zum Fest.

Zahlreiche Restaurants bieten schon jetzt traditionelle Weihnachtsgerichte an. Wir haben uns für das weihnachtliche ‚Nationalgericht‘, gefüllter Truthahn (Christmas Turkey) und Plumpudding entschieden.

Wer behauptet, dass die englische Küche nichts taugt, wird hier eines Besseren belehrt. Eigentlich wird das große Weihnachtsessen (Christmas Dinner) erst am Christmas Day, das ist in England der 25.12., serviert. Wir haben schon mal Probe gegessen.

Pünktlich um 12.00 Uhr zur Mittagszeit findet sich die Familie am 25.12. zum Essen ein. Spätestens um 15 Uhr muss das Mahl beendet sein. Dann wird nämlich der Fernseher eingeschaltet und der Weihnachtsansprache der Queen gelauscht.

Die gewuerzhelden.de haben jedenfalls beschlossen, das englische Christmas Dinner bei uns nachzukochen, versprochen.

Das Team der gewuerzhelden.de glaubt, dass sich ein Kurztrip in der Adventszeit nach London wirklich lohnt und wünscht eine angenehme Reise und viel Spaß dabei.

25. November 2017

Rehkeule

Unser letztes ‚Reiseziel‘ war der Wald. Wir haben uns bei unserem Jäger eine Rehkeule aus der gut gefüllten Kühltruhe mitgenommen.

Zuhause wurde unser größter Bräter aus dem Schrank geholt und zu allererst einmal ein paar Scheiben Bacon schön knusprig angebraten. Kross gebraten entwickelt der Frühstücksspeck seinen vollen Geschmack. Diesen Geschmack wollten wir als Bratenfett in unserem Bräter haben.

Die bei Zimmertemperatur langsam aufgetaute Rehkeule wurde von außen mit grobem Salz und der Gewürzmischung Wildgewürz aus dem Shop der gewuerzhelden.de eingerieben, nicht zu sparsam hat uns unser Jäger geraten.

Die Baconscheiben, die ihr Fett im Bräter gelassen haben, kommen für ein späteres Frühstück auf die Seite. Die Rehkeule wurde bei mittlere Hitze auf einer Seite gut angebraten. Das hat schon etwa zwanzig Minuten gedauert. Das Fleisch soll man einfach ruhig liegen lassen, bis es von der einen Seite richtig Farbe angenommen hat. Danach wenden und von der anderen Seite ebenso anbräunen.

In der Zwischenzeit haben wir eine ganzen Topf Suppengrün mit dem Mixer klein geschreddert. Das geht schneller als schnippeln mit dem Messer und aus dem Gemüse kann mehr Geschmack in die Soße einziehen.

Nachdem wir die angebräunte Keule aus dem Bräter genommen haben, bruzzelten wir das Gemüse mit den Zwiebeln an. Genau damit werden die Röststoffe vom Fleisch, die beim Anbraten entstehen, gelöst.

Diese Röststoffe sind die Geschmacksgrundlage für eine leckere Soße. Auch das Rösten dauert gut 20 Minuten. Dabei haben wir auch noch etwas Tomatenmark dazugegeben und gleich mitgeröstet.

Unser Jäger hat uns ein Gläschen hoch konzentrierten hausmacher Wildfond mitgeschenkt, den er immer aus den Wildknochen gewinnt.

Diesen fast geleeartigen Wildfond haben wir mit Wasser verdünnt und damit das geröstete Gemüse abgelöscht. Dann noch einen ordentlichen Schuss Rotwein dazu und noch einmal das Wildgewürz, diesmal die Version ‚Wildgewürz, ganz’ aus unserem Shop.

In dieser Gewürzmischung sind alle für eine super Wildsoße notwendigen Gewürze, wie Wacholder, Karotten, Pfeffer, Quendel, Coriander, Lorbeer, Nelken, Piment und Ingwer, im richtigen Verhältnis gemischt.

Jetzt haben wir die Rehkeule wieder dazu gepackt und das Ganze für rund zweieinhalb Stunden in den Ofen geschoben. Unser Kerntemperatur-Messgerät zeigte uns nach dieser Zeit eine Temperatur von 65 Grad an, mehr muss nicht sein, sonst wird das fettarme Wild trocken.

Der Braten kam dann auf ein Blech in den ausgeschalteten Ofen, zum Warmhalten. Die Soße wurde durch ein Sieb abgegossen und mit einer Mischung aus etwas Mehl und etwas Crème fraîche angedickt. Mit dem Schneebesen haben wir die Mischung richtig homogen eingerührt. Dann die Sauce mit etwas geriebener Bitterschokolade dunkel gefärbt. Zum Schluss nach Geschmack noch etwas Salz und Pfeffer, fertig.

Zur Rehkeule haben wir traditionell Rosenkohl und selbstgemachte Brezelknödel serviert. Auf den Tisch gehören auf jeden Fall Preiselbeeren, der Geschmack zusammen mit dem zarten Rehfleisch und der Soße ist eine Wucht.

Das Team der gewuerzhelden.de kann nur empfehlen, sich ebenfalls Kontakt zu einem Jäger zu suchen. Wildfleisch ist reales Biofleisch. Das Wild hat weder einen Stall gesehen noch irgend welches zusammengesetztes Futter. Es hat sich in aller Ruhe die Gräser und Pflanzen ausgesucht, die für sein Wachstum wichtig, richtig und gesund sind.

Viel Spaß beim Nachmachen und guten Appetit.

22. November 2017

Heimische Wälder

Das ganze Jahr sind wir in der Welt herumgereist, auf der Suche nach exotischen Gerichten. Jetzt haben wir beschlossen, einmal bei uns auf die Suche zu gehen. Unser ‚Reiseziel‘ war diesmal der Wald.

Schon die alten Germanen haben die Bäume als Sitz der Götter verehrt. Die Linde war beispielsweise der Liebesgöttin Freya geweiht.

Nach der Missionierung wurde aus der Freya-Linde die Marien-Linde zu Ehren der Mutter Jesu. Noch im Mittelalter hat man den Wald als Zuhause von Dämonen und Fabelwesen gesehen.

Heute ist der Wald Rohstofflieferant, Erholungsort für Spaziergänger, Sportler und natürlich Heimat für viele Wildtiere, allen voran das Reh. Damit das Reh die jungen Bäume nicht über die Maßen durch Verbiss schädigt, wird es kontrolliert geschossen und damit seine Anzahl auf ein für den Wald erträgliches Maß reduziert.

Statt eines Städtetrips haben wir einen Jäger in den Wald begleitet. Das Ziel war, frisches Wildfleisch aus heimischen Wäldern zu gewinnen.

Jagen heißt in der Regel früh aufstehen. Zum Glück wird es nach der Zeitumstellung erst um kurz vor acht Uhr hell. Das bedeutet aber trotzdem, dass wir schon um kurz vor 6.00 Uhr auf unserer Jagdkanzel sitzen müssen. Um 5.45 Uhr beginnt nämlich der sogenannte astronomische Sonnenaufgang, was bedeutet, dass der Horizont sich langsam grau färbt.

Mit unserem Jäger haben wir uns an einem Feldweg, der Zufahrt zum Revier verabredet. Kurze Begrüßung im Flüsterton und gleich ging es zu Fuß einen ausgewaschenen Weg hinauf. Das Revier liegt in der Vor-Rhön. Der Anstieg bringt Ungeübte ordentlich ins Schwitzen. Der Jäger hatte seinen Hund dabei, einen Deutsch Drahthaar, der unsere Hosenbeine erst einmal ausgiebig beschnüffelte.

Der Rest ist eigentlich ziemlich unspektakulär. Der Jäger hat uns eine recht bequeme Jagdkanzel zugewiesen, mit einer bequemen Leiter nach oben. Er hat uns ein Fernglas ausgeliehen. Mit der Maßgabe, dass wir uns schön ruhig verhalten, hat er uns alleine gelassen.

Dann ist er mit seinem Hund in der Dunkelheit verschwunden. Wir sollten so lange sitzen bleiben, bis er uns wieder abholt. Es hat keine Stunde gedauert, bis das Morgengrauen so langsam eingezogen ist. Wir konnten erkennen, dass unsere Kanzel am Rande einer kleinen Senke stand, mit Blick auf den gegenüberliegenden Waldrand.

Eine Gruppe von fünf Rehen konnten wir durch das Glas erkennen. Sie zupften am Waldrand ihr Frühstück von den Gräsern. Wenn man genau hinhörte, konnte man sogar dieses Zupfen hören. Das Dorf zu Füßen des Berges war an diesem Sonntagfrüh noch nicht erwacht. Nur der Sieben-Uhr-Schlag vom Kirchturm durchbrach die Stille.

Dann kam der Schuss. Die Rehe vor uns beeindruckte der Knall überhaupt nicht, sie zupften friedlich weiter. Einzig ein Rabe über uns machte seinen Unmut über den Gewehrschuss lauthals Luft.

Eine gefühlte halbe Stunde später erschien der Drahthaar unter unserer Leiter und gleich darauf sein Herrchen. Er führte uns zu dem Reh, das da friedlich auf der anderen Seite der Senke im Gras lag. Es war ein sauberer Schuss, direkt auf das ‚Blatt‘, wie die Waidmänner sagen.

Was da im Gras lag war ein weibliches Stück. Rehböcke dürfen jetzt nicht mehr geschossen werden. Mit roten Wangen von der Kälte und eigentlich enttäuscht darüber, dass dieser Jagdausflug damit schon zu Ende war, haben wir uns auf den Weg in die Wildkammer gemacht.

Aufbrechen und Versorgen erledigt unser Jäger möglichst in seiner Wildkammer (das ist übrigens ein höchst modern ausgestattetes kleines Schlachthaus, bis zur Decke sauber weiß gekachelt). Hygiene hat allerhöchste Priorität, denn schließlich darf der Jäger das Lebensmittel Wildfleisch auch an andere verkaufen.

Wie haben im Anschluss dann in seiner großen Wohnküche zusammengesessen und er hat uns vom Wald und vom Wild erzählt. Zum Frühstück gab es gleich ein sehr delikates Wildgericht. Die Leber des frisch geschossenen Rehs mit Zwiebel und Apfelscheiben in einer Pfanne gebraten, nur mit ein bisschen Salz gewürzt. Noch nie haben wir ein solches Frühstück bekommen, zumal es Rehleber im Supermarkt nicht zu kaufen gibt.

Wir jedenfalls haben beschlossen eine Rehkeule aus der gut gefüllten Kühltruhe des Jägers mitzunehmen. Angesteckt vom Geschmack unseres Frühstücks möchten wir uns zu Hause einen Rehbraten kreieren. Versehen mit den allerbesten Tipps für die Zubereitung, haben wir uns von unserem Jäger und seinem Drahthaar verabschiedet.

Wir können nur empfehlen Kontakt zu einem Jäger zu suchen, der bereit ist, sich bei der Gewinnung von edlem Wildfleisch auf die Finger schauen zu lassen. Früh aufstehen und im Wald auf einem Hochsitz draußen in der Natur zu sitzen ist schon für sich betrachtet ein gewaltiges Erlebnis.

Das Team der gewuerzhelden.de wird jedenfalls versuchen die Rehkeule in der eigenen Küche, nach den Tipps des Jägers, in ein ordentliches Mahl zu verwandeln, versprochen.

19. November 2017

Ente, gefüllt mit den ‚acht Schätzen’

Nach unserem Shanghai-Trip haben wir versprochen, uns an der legendären Ente mit den ‚acht Schätzen’ zu versuchen. Den Chinesen wird nachgesagt, dass "sie alles essen, was vier Beine hat, außer den Esstisch und alles was fliegt, außer ein Flugzeug.”

Es gibt wahrscheinlich so viele Rezepte für die Ente mit ‚acht Schätzen’, wie es chinesische Köche gibt. In Shanghai haben wir Huhn, Shrimps, Rindfleisch, Schweinfleisch und diverse Pilze, Paprikaschoten, Erbsen, Sojasprossen und Zwiebeln herausschmecken können. Ob das jetzt schon alle acht Schätze waren, ist nicht genau nachzuvollziehen. Ehrlich gesagt war die Ente nicht gefüllt, sondern die Ententeile gab es extra dazu.

Unser Ehrgeiz war, die Ente wirklich zu füllen mit den Schätzen. Zuerst einmal wurde sie beschafft. Wir haben unsere Ente frisch geschlachtet direkt beim Bauern besorgt. Er hat uns etwas über die Haltung erzählt und wir haben sehen können, wie er seine Enten hält. Wer für die Ente auf die Tiefkühltruhe im Supermarkt zurückgreifen muss, sollte auf die Auszeichnung ‚aus bäuerlicher Auslaufhaltung‘, nicht aus ‚bäuerliche Aufzucht‘ achten.

Verlässliches Kennzeichen für Frische und Qualität bei Entenfleisch ist eine straffe, helle und trockene Haut, ohne Flecken oder Risse. Außerdem riecht frische Ente dezent und angenehm.

Die unterschiedlichen Fleischsorten haben wir uns bei unserem Metzger besorgt. Erbsen und Sojasprossen kamen aus der Dose. Zwiebeln hat die gute Küche ohnehin immer vorrätig.

Als einziges Gewürz haben wir passend dazu das Fünf-Gewürze-Pulver bereitgestellt. Der intensiv würzige Geruch und der arteigene, typische Geschmack ist nicht nur für die chinesische Küche zu gebrauchen.

Auf geht’s, den Wok angeworfen. Ein Wok ist zwar nicht unbedingt notwendig, aber, wenn er wie in unserem Falle vorhanden ist, klappt das Braten der ‚acht Schätze’ stilecht.

Zum Braten haben wir das Olivenöl nativ extra mit etwas Butterschmalz gemischt, damit kann man das feine Öl der ersten Güteklasse ohne Probleme auch höher erhitzen.

Zuerst das Fleisch in den Wok, gewürzt mit dem Fünf-Gewürze-Pulver, richtig schön kross angebraten. Anschließend kommt das Fleisch wieder heraus. Dann müssen die Shrimps, die Erbsen und die klein geschnippelten Paprikaschoten in den Wok. Den Abschluss machen die Pilze, zusammen mit den Sojasprossen und den Frühlingszwiebeln.

Bei den Pilzen haben wir auf einen selbst gesammelten Vorrat von Semmel-Stoppelpilzen aus der eigenen Gefriertruhe zurückgegriffen. Noch etwas Knoblauch dazu und ebenfalls das Fünf-Gewürze-Pulver. Alles zusammen haben wir dann mit Alufolie abgedeckt und warm gestellt.

Unsere Ente haben wir gewaschen und in einem großen Topf ca. 20 Minuten geköchelt. Nach dem Herausheben wird die Ente schön abgetrocknet und ebenfalls mit dem Fünf-Gewürze-Pulver gut eingerieben. Dann haben wir die Ente mit all den angebratenen Geheimnissen gefüllt, obendrein noch ein paar Cashewnüsse dazugegeben und ab in den Ofen. Jetzt sieht die Ente genauso aus wie eine gefüllte Ente bei uns. Nur die Gerüche, die sich in der Küche ausbreiten, sind richtig schön geheimnisvoll exotisch.

Nach guten zweieinhalb Stunden ist die Ente goldbraun. Zwischendurch haben wir das Federvieh immer wieder mit einer Mischung aus Sojasauce, Olivenöl und Honig eingepinselt und einmal umgedreht.

Den obligatorischen Reis haben wir dazu serviert und ebenso im Wok karamellisierte Pflaumen, auch davon hatten wir noch reichlich in der Kühltruhe.

Das Ganze funktioniert natürlich genauso mit Ententeilen, wie auf den Straßen von Shanghai.

Alle Mitesser haben gefunden, dass die europäische Version, der mit ‚acht Schätzen’ gefüllten Ente, auch in Shanghai ein echter Hit werden könnte. Geschmeckt hat es jedenfalls allen.

Das Team der gewuerzhelden.de wünscht viel Spaß beim Nachkochen und keine Angst, welche Schätze in der Ente versteckt werden, muss ja nicht jeder wissen und nachgezählt werden sie bestimmt auch nicht.

15. November 2017

Wie wär’s denn mal mit Shanghai

Moderne Architektur, viele verschiedene quirlige Stadtteile und prachtvolle Einkaufsstraßen erwarten den Besucher. Die Flüge in die Metropole sind erschwinglich und beginnen bei 420 Euro. Wer die lange Flugzeit von über 10 Stunden nicht scheut, sich genug zu lesen mitnimmt und auf langen Flügen gut ruhen oder schlafen kann, wird diesen Trip nicht bereuen.

Das erste, was man aus dem Flieger beim Anflug auf den Shanghai Pudong International Airport sieht, sind viele grüne Parks. Der Flughafen ist rund 30 Kilometer vom Stadtzentrum entfernt. Die Fahrt mit dem Transrapid Shanghai, der Magnetschwebebahn, die bei uns (leider) nicht gebaut wurde, geht in rasender Geschwindigkeit. Wenn der Lokführer richtig Gas gibt, fährt das Ding mit berauschenden 431 km/h. Die Fahrt dauert nicht ganz siebeneinhalb Minuten.

Das Ziel ist die Metrostation Longyang-Straße kurz vor der Finanz- und Handelszone Lujiazui, direkt neben dem Messezentrum Shanghai New International Expo Centre. Hotels sind in der Großstadt naturgemäß sehr teuer. Wir haben eine Möglichkeit gefunden, ein Apartment im Stadtzentrum (Puxi) für recht günstige 65 Euro zu mieten.

Shanghai kann gut zu Fuß erkundet werden. Es gibt überall breite Bürgersteige. Der Verkehr ist chaotisch und es empfiehlt sich dringend, nicht auf Grün bei den Fußgängerampeln zu bestehen. Die Autofahrer halten sich zwar meistens an die Rotphasen, die Motorradfahrer aber so gut wie nie. Richtige Fußgängerzonen gibt es nur an der Nanjing Road, das ist die beliebteste Haupteinkaufsstraße und am Bund, das ist die berühmte Uferpromenade im Viertel Huangpu.

Es gibt auch eine Altstadt, die man unbedingt gesehen haben sollte. Im Viertel Nanshi muss man in das quirlige Treiben der Altstadt eintauchen und fühlt sich in das alte China versetzt.

Für Kunst- und Kulturliebhaber ist das Shanghai Museum das richtige Ziel. Eine Führung ist unbedingt empfohlen, denn nur so kann man etwas über die chinesische Kunst erfahren.

Im Stadtbezirk Jing kann man im buddhistischen Tempel den elf Tonnen schweren Buddha aus Jade bewundern, Fotomotive sind überall. Keinesfalls auslassen darf man den 457 Meter hohen Fernsehturm namens ‚Perle des Orients‘. Eine Pause im Cafe des Fernsehturms lässt so etwas wie Muße im Trubel aufkommen.

Türme und Hochhäuser gibt es in dieser Stadt jede Menge. Der 88 Etagen hohe Jin Mao Turm gehört ebenfalls zum Pflichtprogramm. Auf der Mitte der Aussichtsplattform in 340 Metern Höhe schaut man durch Glasplatten nach unten. Der Blick auf das größte Hotelatrium der Welt ist von oben atemberaubend.

So viel Sightseeing macht Hunger. Essengehen ist eine der größten Höhepunkte dieses Trips. Hier in Shanghai können Spezialitäten aus jeder Provinz Chinas probiert werden. Von der weltberühmten Pekingente bis zu den gefüllten Teigtaschen ‚dim sum‘ wird von scharf bis süß-sauer, knusprig oder schlabberig alles geboten.

In Chinas Küche bestimmen von jeher Reis, Fisch und Meeresfrüchte den Speiseplan. Huhn und Ente dürfen natürlich nicht fehlen. Gekocht und gebraten wird immer mit viel Öl, Sojasoße und Reiswein. Fast alles wird paniert und frittiert und die ‚Nachspeise’ ist meist eine warme Suppe.

Ganz höflich ist es, die Teller nicht ganz leer zu essen. Man glaubt nämlich, dass der Gast nicht satt geworden ist, wenn er wie gewohnt den Teller leer isst.

Wir haben in Shanghai auf den Straßen für sehr schmales Geld sehr gut gegessen. An den ‚Tischsitten‘ der Einheimischen darf man keinen Anstoß nehmen. Sitten wie Spucken, Rülpsen und Knochenteile mit den Fingern aus dem Mund pulen gehört zum guten Ton auch in Restaurants.

Grüner Tee wird überall angeboten. Es gibt natürlich auch das leichte Tsingtao-Bier zum Essen. Maotai ist ein Schnaps, der recht gefährlich werden kann. Wenn einer das Glas hebt und ‚ganbei‘ sagt, dann prostet er seinen Mitmenschen zu und fordert dazu auf, das Schnapsglas in einem Zug zu leeren. Wer dieses ‚Prost‘ einmal annimmt, ist für die Nacht verloren. Der ‚Gastgeber‘ wird dafür sorgen, dass das Schnapsglas nicht leer wird und er wird obendrein erwarten, dass der ‚reiche‘ Ausländer die Zeche bezahlt.

Beim Aussuchen von Streetfood haben wir uns immer nur auf unsere Nase verlassen, was gut gerochen hat haben wir probiert. Man riecht, ob der Straßenkoch frisches Öl zum Frittieren verwendet oder sein Maschinenöl auf diesem Weg entsorgt.

Wir haben uns an Ente richtig satt gegessen und sind nie reingefallen. Der Höhepunkt war eine gebratene Ente, gefüllt mit den ‚acht Schätzen’ - lecker! Wir haben beschlossen, uns in unserer heimischen Küche an diese Ente zu wagen.

Der Trip nach Shanghai ist auf jeden Fall die Zeit und den finanziellen Einsatz wert. Das Team der gewuerzhelden.de wünscht einen wunderschönen Städtetrip in die Weltmetropole.