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25. Oktober 2017

Grüne Soß’

Bei unserem Frankfurttrip haben wir in einer der bekanntesten ‚Eppelwoi-Wertschafte‘, im ‚Fichtekränzi‘, ein ‚Frankfurter Nationalgericht’ nämlich Rindfleisch mit ‚Grüne Soß‘ gegessen und sofort beschlossen der Sache auf den Grund zu gehen.

Überall steht zu lesen, dass für die originale ‚Grie Soß‘ mindestens 7 Kräuter gebraucht werden. Möhren, Petersilienwurzel und Sellerie gehören auf jeden Fall dazu. Schnittlauch, Sauerampfer und Borretsch, damit wären wir bei Nummer 6. Zu guter Letzt noch Kresse und Kerbel, mindestens 7 Kräuter sind vorgeschrieben. Wenn es mehr sind, umso besser.

In einer großen Salatschüssel haben wir Dickmilch und Sauerrahm, verdünnt mit etwas normaler Milch, vorsichtig vermengt. Abgeschmeckt mit Pfeffer, Salz, Zucker, Senf, Öl und Weinessig das Gemisch bereitgestellt.

Alle Kräuter haben wir nur kurz unter fließendem, kalten Wasser gewaschen und mit Haushaltspapier trockengetupft.

Dann kam der wichtigste Schritt: Die Kräuter mit einem Messer fein schneiden. Der Einsatz einer Küchenmaschine oder gar eines Fleischwolfs ist dabei unbedingt tabu. Bei solchen Brachialmethoden würden höchstens die Pflanzenfasern zerquetscht und heraus käme ein gemanschter Kräuterbrei.

Die geschnittenen Kräuter haben wir mit einem einfachen Kochlöffel in die abgeschmeckte Dickmilch-Sauerrahm-Mischung vorsichtig eingerührt. Auch in diesem Fall wäre der Einsatz eines elektrischen Küchengerätes allenfalls dazu angetan, dass sich Johann Wolfgang von Goethe im Grabe umdreht. Die ‚Grie Soß‘ soll ja der Legende nach Frau Aja, die Mutter von Johann Wolfgang von Goethe, erfunden haben.

Als letzter Akt kommen noch klein geschnippelte, hart gekochte Eier dazu. Die haben wir mit dem Kochlöffel untergerührt, bis die Soße eine leicht gelbliche Farbe angenommen hat.

Keinesfalls grün soll die Soße erscheinen, das wäre ein Zeichen dafür, dass wir zu wenig Eier genommen haben.

Damit sich der Geschmack der Kräuter richtig entfalten kann, geben wir die Soße jetzt für ein paar Stunden zugedeckt in den Kühlschrank.

Die Zwischenzeit haben wir genutzt, um das Rindfleisch vorzubereiten. Eine halbierte Zwiebel haben wir in der Pfanne ohne Fett auf der Schnittfläche dunkel angebraten. Dann einen großen Topf mit Wasser aufgestellt, Lorbeerblatt, Nelken, Pfefferkörner etwas Salz zusammen mit der angebratenen Zwiebel aufkochen lassen.

Lorbeerblatt, Nelken, Pfefferkörner gibt es, wie viele andere Gewürze, ohne Einkaufsstress im Shop der gewuerzhelden.de per Klick einfach zu bestellen.

Das Rindfleisch dazu und bei mittlerer Hitze schön zwei Stunden köcheln lassen. Später haben wir noch etwas Suppengrün dazu gegeben.

Danach wurde das Rindfleisch, in unserem Fall ein Tafelspitz, in Scheiben geschnitten. Zusammen mit der kalten Grünen Soße und Salzkartoffeln kam das Fleisch auf die Teller.

Das Lied ‚Frau Rauscher von der Klappergasse‘ im Ohr, den mitgebrachten Bembel mit ‚Eppelwoi‘ gefüllt und von unserem Städtetrip nach Frankfurt erzählt.

Das Team der gewuerzhelden.de wünscht jedenfalls viel Spaß beim Nachmachen und guten Appetit.

18. Oktober 2017

Frankfurt

"Wer nix uff's Stöffche hält, der daut aam laad", sagen die Frankfurter. „Wer nichts vom Apfelwein hält, der kann einem leid tun." Also, was liegt näher, ab zu einem Kurztrip nach Frankfurt.

Viele Besonderheiten machen die BigCity am Main für Besucher reizvoll. Eine dieser Besonderheiten ist jedenfalls die Frankfurter Mundart. Man muss schon genau hin hören, wenn in Sachsenhausen, dem gastronomischen Nabel der Stadt, vom ‚Wäldchestag‘ erzählt wird.

Dieser ‚Nationalfeiertag‘ der Frankfurter wird in jedem Jahr Anfang Juni mit ‚Eppelwoi’, Musik und guter Laune mitten im Frankfurter Stadtwald gefeiert und das schon seit 1792.

Man nimmt an, dass der jährliche Pfingstaustrieb des Viehs und die anschließende Waldbrotzeit der Knechte und Mägde Anlass zu diesem fröhlichen Fest im Stadtwald war.

Aber die Stadt Frankfurt kann auch anders, sie gilt als die internationalste Stadt in der Republik. Menschen aus mehr als 170 Nationen sind in Frankfurt zu Hause. 175 ausländische Banken haben ihren Sitz in der Stadt und 109 Konsulate, dazu noch viele diplomatische Vertretungen.

Auch wenn der 1931 vollständig aus Holz gebaute Goetheturm jüngst durch einen Brand völlig zerstört worden ist, Frankfurt hat noch viele andere Sehenswürdigkeiten, deren Besuch sich wirklich lohnt.

Der Römer, das Frankfurter Rathaus, ist eines der schönsten und ältesten Rathäuser der Republik. Seit über 600 Jahren wird im Römer regiert, deutsche Kaiser sind dort ein- und aus gegangen, weltbekannte Fußballstars haben vom Balkon gewunken.

Der Dom überragt mit seinen 95 Meter, trotz der Hochhausskyline, die Frankfurter City. Seit 1356 war der Dom Krönungsort der deutschen Kaiser.

Um zwischendurch zur Ruhe zu kommen, ist ein Besuch im Palmengarten angesagt. Die faszinierende Vielfalt der internationalen Pflanzenwelt in Themengärten und Gewächshäusern zu erleben ist äußerst entspannend.

Unbedingt erleben muss man Alt-Sachsenhausen.

Man fühlt sich in den schmalen Sträßchen und kleinen Plätzen mit Kopfsteinpflaster, Fachwerkhäusern und Brunnen in gemütliche alte Zeiten versetzt. Tür an Tür reihen sich in der Großen und Kleinen Rittergasse, in der Paradies- und Klappergasse die ‚Eppelwoi-Wertschafte‘.

Auf Bänken sitzt man dicht gedrängt an langen Holztischen und trinkt sein ‚Stöffche‘. Dazu haben wir ein hervorragendes Rindfleisch mit Grüner Soße gegessen, eine der bekanntesten Frankfurter Spezialitäten. Das Liedchen von der ‚Frau Rauscher von der Klappergasse‘ im Ohr sind wir dann in unser Quartier gewandelt. Die Jugendherberge, neudeutsch Hostel, direkt am Main gelegen, ist eine wunderschöne Basis für den Städtetrip. Ein Doppelzimmer gibt es da ab 17 Euro, für Frankfurt ein wahrhaftes Schnäppchen.

Den nächsten Tag haben wir mit einem ausgedehnten Einkaufsbummel verbracht, denn Frankfurt ist ein echtes ‚Shopping-El Dorado‘.

Unzählige Einkaufsstraßen und Einkaufzentren buhlen um den Geldbeutel der Besucher.

Die Frankfurter kulinarischen Spezialitäten haben es uns dabei wirklich angetan, ‚Handkäs' mit Musik‘ ist das leckere Fast-Food für den kleinen Hunger zwischendurch. In der Apfelwein-Wirtschaft ‚Fichtekränzi‘, in der Wallstraße, haben wir ein Rindfleisch mit ‚Grüner Soß‘ gegessen und sofort beschlossen das Gericht zu Hause nachzukochen.

Als Souvenir hat ein originalgetreuer Bembel Zugang zu unserer Reisetasche gefunden, denn der ‚Eppelwoi‘ gehört zwingend zu diesem Gericht.

Alles in allem, ein Kurztrip nach Frankfurt ist unbedingt empfehlenswert. Das Team der gewuerzhelden.de wünscht jedenfalls einen wunderschönen Städtetrip in die MainCity.

Bis bald, beim Versuch in der heimischen Küche die ‚Grüne Soß‘ mit Rindfleisch 'nachzubasteln’.

Weil: „Nix so uff dare Welt mecht aam so Fraad." In Übersetzung: „Weil nichts auf der Welt so viel Freude macht.”

12. Oktober 2017

Santorin - Gyros-Pita

Die Griechen essen weniger zum Selbstzweck - eine griechische Mahlzeit ist immer auch Anlass zur Geselligkeit. Bei unserem Trip nach Santorin haben wir im Athenian House ein hervorragendes Moussaka gegessen. Gemüse, Meeresfrüchte und Oliven gehören unbedingt zur griechischen Küche. Oregano, Minze, Thymian, Salbei, Zimt und Paprika sind ohnehin die Gewürze der Mittelmeerküchen.

Diese Zutaten sind in reicher Auswahl und in den verschiedensten Variationen im Shop der gewuerzhelden.de zu finden. Wir haben aber in einem kleinen Imbiss auf der Insel, mit dem Namen ‚PitoGyros‘, ein Pita-Gyros gegessen, das so lecker war, dass wir versprochen haben das Gericht zu Hause ‚nachzubasteln‘.

In Ermangelung eines Grillspießes mussten wir eine andere technische Lösung finden. Klar war, das Fleisch stammt von Schweinerippen, das ist preiswert und nicht zu trocken.

Die härteste Arbeit war, das Fleisch sorgsam von den Rippen zu lösen. Die Jungs vom ‚PitoGyros‘ drehen das Fleisch durch den Fleischwolf, bevor sie es in Form für den Drehspieß-Grill bringen.

Wir haben uns dazu entschlossen, das Fleisch einfach mit einem scharfen Messer in kleinste Scheibchen zu schneiden. Den Trick, was man tun kann, wenn kein Fleischwolf und kein Drehspieß zu Verfügung steht, hat uns ein Fleischer verraten: Das Fleisch vor dem Kleinschneiden kurz in den Gefrierschrank legen, das macht es leicht hart und lässt sich besser schneiden.

Hart war jedenfalls auch die Arbeit ein paar Kilo Schweinerippen auszubeinen und schön fein zu schneiden. Aber der Aufwand hat sich gelohnt. Wir haben gleich noch ein paar Scheiben geräucherten Bauchspeck mit verarbeitet (das war auch ein Typ der Griechen) und eine große Gemüsezwiebel.

In einer kleinen Wanne, zusammen mit einer großzügigen Zugabe vom Gyros-Gewürz aus dem Shop von gewuerzhelden.de, wurde alles ordentlich durchgemischt. Damit das Gewürz gut in das Fleisch einziehen kann, haben wir das Gemisch in handliche Portionen geteilt und eingeschweißt. 24 Stunden hatte das Gyros im Kühlschrank Zeit zu marinieren.

Jetzt brauchte es eigentlich nur noch eine große Pfanne und die Gyros-Gewürzmischung konnte ihre verführerischen Düfte in der Küche ausbreiten. Das Ganze funktioniert genauso gut mit Schaf- und Ziegenfleisch oder auch mit Wildfleisch.

Gyros ist ohnehin eines der bekanntesten Gerichte der griechischen Küche. In Pita-Brot ist es eher ein seltener Anblick. Das Fladenbrot haben wir bei unserem türkischen Bäcker um die Ecke besorgt, unsere griechischen Freunde mögen uns das verzeihen. Einfach ein Viertel von dem Brot aufgeschnitten, etwas angewärmt und gut mit der gebratenen Masse gefüllt. Ein paar Tomatenscheiben und Gurkenscheiben dazu, obendrauf einen ordentlichen Löffel selbst gemachter Tzatziki mit viel Knoblauch.

Unsere Freunde haben richtig zugelangt, es hat hervorragend geschmeckt. Zur perfekten Erinnerung an unseren Herbst-Trip nach Santorini fehlte uns eigentlich nur die unschlagbare Aussicht beim Sonnenuntergang. Das Team der gewuerzhelden.de wünscht viel Spaß beim Nachkochen und einen guten Appetit.

6. Oktober 2017

Trauminsel Santorin

Wir haben uns überlegt, für einen kurzen Trip einfach den Sommer zu verlängern. Flüge von München nach Santorin gibt es bei den Billigfliegern ab 40 Euro. Der kleine Flughafen ist Ziel zahlreicher Charterflugverbindungen. Wenngleich auch die Charterflieger nach der Hauptsaison so langsam ihre Flüge einstellen, lohnt es sich im späteren Herbst auch Umwege in Kauf zu nehmen.

Santorin, die Griechen sagen Santorini, ist eine kleine Inselgruppe im Süden der griechischen Kykladen. Gemeint ist die Hauptinsel Thira, wenn man über Santorini spricht.

Die einzigartige Landschaft erklärt sich durch den vulkanischen Ursprung. Traumhafte Buchten zwischen spektakulären Steilküsten, umgeben von schwarzem Lavastrand, das sind die Bilder, die von der Insel um die Welt gehen.

Der Herbst entschädigt die Besucher durch ein mildes Klima und ein Herbstlicht, das den sommerlichen Trubel in eine idyllische Dorf-Postkarte verwandelt.

Das Leben der Griechen läuft einigermaßen ruhig und ohne Hektik ab. Der Herbst auf der Insel ist für Romantiker gemacht. Wir haben den Umweg mit der Fähre von Piräus aus genommen und haben das nicht bereut.

Der Hafen von Thira begrüßt uns mit einer unglaubliche Aussicht. Die kleinen Häuschen auf der Insel strahlen auch im Herbst schneeweiß. Die winzigen Kirchen und Kapellen runden das Bild mit ihren blaugefärbten Kuppeln fast kitschig ab.

Die Esel, die im Sommer Touristen die Treppe vom Hafen hoch schleppen, halten längst ihre wohlverdiente Winterruhe. Also gehts zu Fuß die Treppen hoch. Mit jedem Schritt fällt der Alltag ab und die reich verzierten Türen, überwiegend in blau, ziehen die Blicke an. Bei jeder Verschnaufpause wird der Blick hinunter auf das Meer schöner.

Die typischen Tavernen, nicht alle haben mehr offen, sind eher von Einheimischen besucht. An unserm kleinen Hotel empfängt uns der Hausmeister, auf seinem Schild auf seiner Latzhose steht ‚πορτιέρης‘ was eben Hausmeister bedeutet. So hat er uns die Inschrift auf gut deutsch erklärt. Er hat nach der Saison viel Arbeit, kümmert sich aber fürsorglich um uns.

Er war es auch, der uns eine Empfehlung für ein gutes Essen gegeben hat. Er hat uns das Athenian House empfohlen. Der Blick von der Terrasse ist traumhaft und das Essen ist wirklich vorzüglich. Aber ehrlich gesagt, es hat unsere Reisekasse zu sehr strapaziert. So sind wir am nächsten Abend, etwas abseits der Fußgängerstraße, in einem kleinen Imbiss mit wenigen Sitzplätze gelandet. Bereut haben wir das keinesfalls. Pitogyros hieß der Laden und ein solch tolles Gyros haben wir noch nie gegessen.

Wir haben jedenfalls beschlossen, zu versuchen dieses Gyros bei uns zu Hause ‚nachzubasteln’. Bis es soweit ist, genießen wir den ‚Nachsommer‘ auf der Insel noch ein Weilchen. Denn schließlich hat das Wasser im Meer noch 20 Grad Celsius und die Jahresdurchschnittstemperatur beträgt 18,5 Grad. Regentage sind auch im Herbst sehr selten. Erst im Dezember und Januar kann es öfter mal regnen.

Die Ausgrabungsstätten von Alt-Thera zwischen Perissa und Kamari und das antike Akrotiri haben wir nicht ausgelassen. Sogar ein kleiner Segeltörn mit Santorini Sailing war noch drinnen.

Das Team der gewuerzhelden.de wünscht jedenfalls einen angenehmen Herbsttrip nach nach Santorini.

Bis bald beim Gyros-Versuch in der heimischen Küche.