Swipe to the left
30. August 2017

Valencia

Nach Spanien wollten wir eigentlich schon lang mal. Nach Madrid, nach Barcelona? Schließlich gab die Paella, das Nationalgericht der Region Valencia, den Ausschlag. Wir wollten eigentlich der Paella auf die Spur kommen.

Im Hinterkopf hatten wir noch den Gedanken, dass Barcelona und Madrid speziell im Sommer ohnehin überlaufen sind. Von der malerische Altstadt Valencias mit den schönen Jugendstil-Häusern haben wir schon einiges gelesen. Gepflegte, breite Stadtstrände sind für die Erholung zwischendurch ideal.

Valencia ist aber auch die Hauptstadt der valencianischen Gemeinschaft und der Provinz Valencia, eine Großstadt mit rund 1,8 Millionen Einwohnern, die spanische Mittelmeerküste vor der Haustüre und den Fluss Turia, der dort in das Meer mündet. Heute ist das trockengelegte Flussbett des Rio Turia ein Naherholungsgebiet.

In der Küstenstadt lässt sich entspannt bummeln und das Kulturangebot ist überragend. Ein unbedingter Teil des Pflichtprogramms ist ein Besuch der futuristischen ‚Stadt der Künste und Wissenschaften‘, ein Gesamtkunstwerk des valencianischen Stararchitekten Santiago Calatrava. Zu sehen gibt es zum Beispiel das Opernhaus und einen riesigen Wasserzoo, das L’Oceanogràfic. Es ist das größte Aquarium Europas.

Die valencianische Küche hat sich durch das bekannteste aller Gerichte, die valencianische Paella, in die Herzen der Besucher gekocht. Auf der Suche nach der echten Paella sind wir am Mercado de Tapineria in dem kleinen Restaurant La Bernarda gelandet.

Das Reisgericht Paella wird traditionell in einer speziellen flachen Pfanne auf offenem Feuer zubereitet. Die Reissorte Bomba kommt aus einem Anbaugebiet südlich von Valencia, ist also ein regionales Produkt.

Traditionell kommt in die Paella Valenciana Huhn, Kaninchen, Riesenbohnen und grüne Bohnen. Genau für diese Version haben wir uns entschieden. Es gibt natürlich auch andere Versionen mit Fisch und Meeresfrüchten oder vegan nur mit Gemüse. Es hat jedenfalls hervorragend geschmeckt und wir werden jedenfalls versuchen, wieder zu Hause, diese echte Paella nachzukochen, das ist hiermit versprochen.

Hervorragend dazu gepasst hat ‚Agua de Valencia‘, ein Drink aus spanischem Sekt, Orangenschnaps und frisch gepreßtem Orangensaft. Auch was Regionales, denn die Orangenfelder liegen vor der Haustür. Zum Nachtisch gab es Mantecado, ein Vanille-Sahne-Eis, ebenfalls mit Orangen.

Nach Valencia führen viele Wege. Es gibt von deutschen Flughäfen viele Möglichkeiten auf dem ‚Aeroport de València‘ zu landen. Die Stadt hat ein gut ausgebautes Nahverkehrsnetz, es lohnt sich eine ‚Tourist Card‘.

Gemütlichkeit zum kleinen Preis, findet man in einer der vielen günstigen Pensionen in der Stadt. Schon ab 15 Euro kann man da fündig werden.

Das Team der gewuerzhelden.de ist sich ganz sicher, dass der Trip nach Valencia gerade im Sommer zu einem unvergesslichen Erlebnis wird und wünscht gute Reise.

23. August 2017

Kumru

Bei unserem Ausflug nach Berlin haben wir Kumru entdeckt. Die Jungs vom ‚Berlin Kumru‘ am Kottbusser Damm haben prophezeit, dass Kumru ganz schnell den Döner als Kult-Streetfood abzulösen wird.

Wir haben versprochen, dass wir zu Hause versuchen werden Kumru ‘nachzubasteln‘. In Berlin haben wir einen ‚Kumru Atom‘ gegessen und waren wirklich total begeistert.

Das erste Problem ist bei uns die Besorgung der richtigen Wurst. Die Wurst bei ‚Berlin Kumru‘ war offensichtlich eine spezielle Rindswurst, die ohne Haut eigens für den Laden gefertigt wird.

Eine greifbare Alternative war eine gute, kräftige Rindswurst vom Metzger des Vertrauens. Die Wursthaut mussten wir von Hand abziehen.

Bei den Profis haben wir eine raffinierte kleine Maschine gesehen. Sie sieht aus wie ein umgedrehter, professioneller Weinkorkenzieher und ist fest an einer Tischplatte montiert. Oben kommen die Würstchen rein und werden mit Druck in Form von schmalen Nudeln unten wieder herausgedrückt.

In Ermangelung dieser Maschine, mussten wir die Wurstnudeln mit der Hand schneiden. Mit ein bisschen Gefühl ist das kein Problem, dauert aber natürlich länger. Aus einer Rindswurst haben wir 16 Nudeln herausschneiden können. Unsere Nudeln waren aber leider nicht so schön lang wie das Original. Die Nudeln können nur so lang sein wie die Wurst selbst.

Die Suche nach passender Wurst zur Ergänzung war auch nicht ganz einfach. Gefunden haben wir Sucuk, die türkische Knoblauchwurst, ziemlich scharf, sehr würzig und mit ordentlich Knoblauch, bei uns bekannt als beliebter Pizzabelag.

Exakt dazu gepasst hat dann auch Baktat, eine Salami aus Truthahn. Das größte Problem waren die Kichererbsen-Brötchen. Im Netz kursieren viele Rezepte dafür, ehrlich gesagt, das wäre eine eigene Aufgabe für die gerade keine Zeit war. Also mussten mal wieder kleine Pitabrote vom Türken herhalten. Die gibt es bei uns auch in einer länglichen Form, etwas größer als Burgerbrötchen.

Der Rest ist dann eigentlich ganz einfach. Die Fleischnudeln kommen in die Pfanne oder auf den Grill und werden sehr knusprig gebraten. Etwas Olivenöl und ein Löffelchen Butterschmalz ist der richtige ‚Starter‘ für die Wurst. Die andern Wurstsorten werden ebenso behandelt, das geht ruckzuck.

Gewürzt wird das mit ordentlich Salz, Cayennepfeffer, Piment, Knoblauch und Kreuzkümmel. Die gewuerzhelden.de halten alle Gewürze dafür ohnehin immer bereit.

Das wichtigste ist der Käse. Was die Berliner dafür benutzen, haben sie uns nicht verraten. ‚Berlin Kumru‘ hat natürlich für diese schmackhafte ‚Brotzeit‘ seine Geheimrezepte. Versuche mit türkischem ‚Beyaz peynir‘ sind leider schiefgegangen. Der weiße Salzlakenkäse, ähnlich dem griechischen Feta, verläuft ziemlich schnell und unförmig in der Pfanne oder auf dem Grill. Der Versuch, aus ‚Beyaz peynir‘ Scheiben zu schneiden, ist ebenfalls misslungen.

Wir sind bei einem festen, würzigen Schweizer Bergkäse gelandet. Der war bequem in dicke Scheiben zu schneiden und ebenfalls sehr würzig. Die Käsescheiben haben wir, geschnitten in die ungefähre Größe der Brötchen, ebenfalls vorsichtig angegrillt.

Die Scheiben dürfen nicht verlaufen und werden über den Berg Wurst auf das Brötchen gelegt, anschließend noch die Tomaten und Gurkenscheiben. Den Abschluss bilden ein paar kräftige Spritzer Mayo und Ketchup, dann wird der Deckel zu geklappt. Die Brötchenhälften werden natürlich vorher auch kurz auf den Grill gelegt.

Fertig, aber Achtung! Kleckern ist vorprogrammiert, der Geschmack aber ist himmlisch. Das Team der gewuerzhelden.de wünscht guten Appetit.

14. August 2017

Berlin

Gerade jetzt, mitten im Sommer, ist Berlin ziemlich überschaubar. Die politische Hauptstadt ist in Urlaub, die ganze Stadt hat einen Gang heruntergeschaltet.

Das Leben spielt sich draußen ab. Was gibt es Schöneres, als in einem Straßenkaffee zu sitzen, eine Berliner Weiße auf dem Tisch und dem bunten Treiben auf den Straßen zuzuschauen.

Die Berliner Weiße ist ein helles, obergäriges Schankbier. Sich einen ‚in die Krone‘ zu trinken, ist bei einem Alkoholgehalt von rund 3 % eher schwer.

Nicht nur für Touristen ist die Berliner Weiße ein beliebtes Erfrischungsgetränk, auch die ‚echten‘ Einheimischen lieben die Weiße mit einem Schuss Waldmeister- oder mit Himbeersirup. Wichtig ist das richtige Glas, schalenförmigen muss es sein und einen Stiel haben.

Es gibt viel zu tun im Berliner Sommer, z.B. den neuen Pandas im Zoo beim Einleben zuzuschauen. Ganz Berlin ist ohnehin im Pandafieber. Es war wohl der letzte große feierliche Staatsakt, als Meng Meng, auf Deutsch Träumchen und ihr angedachter Gatte, der auf den Namen Jiao Qing hört, was Schätzchen heißt, ihr Quartier bezogen haben.

Man merkt, dass die Sonne auch die Berliner glücklich macht. Alle sind freundlich und fröhlich und die ‚Berliner Schnauze‘ zeigt Verständnis für die Unwissenheit bayrischer Besucher und ganz besonders bemerkenswert - man findet Parkplätze.

Ein richtig geiler Ausflug ist eine Seilbahnfahrt über die IGA. Das über 100 ha große IGA-Gelände findet man Marzahn-Hellersdorf.

Die Gärten der Welt erkunden, der Arena und der Tropenhalle einen Besuch abstatten. Ein Spaziergang zum Kienberg, der mit dem Wolkenhain phantastische Aussichten weit über das IGA-Gelände hinaus bietet. Außen herum die Hochhäuser und das grüne Herz mitten drin.

Auch eine super Ausflugsidee ist, Berlin vom Wasser aus zu genießen. Beim Schippern über die Spree oder den Tegeler See, auf dem Oberdeck die Nase in den den Fahrtwind halten und in die Sonne, mehr Urlaub geht nicht.

Auf dem Kudamm einen entspannten Einkaufsbummel machen ist ein Programmpunkt, der nicht fehlen darf. Die vielen Straßenbäume sorgen für Schatten und ein angenehmes Klima.

Wer sich die Mühe macht den zweithöchsten Berg der Stadt, den Teufelsberg zu besteigen, der darf sich nach dem Abstieg schön im Teufelssee abkühlen. Aber Vorsicht, Nacktheit ist zwar keine Vorschrift, aber die meisten sind es.

Belohnt wird der Aufstieg zur ehemaligen Radarstation aus der Zeit des kalten Krieges mit einem genialen Rundblick über ganz Berlin.

In die Hauptstadt kommt man von überall gut mit der Bahn. Schlafen ist in der Hauptstadt auch kein Problem. Einfache Zimmer gibt es für unter 10 Euro die Nacht. Zu Essen gibt es immer und überall, rund um die Uhr.

Wir haben Kumru entdeckt. Angeblich wäre Kumru dabei den Döner als Kult-Streetfood abzulösen. Am Kottbusser Damm, beim ‚Berlin Kumru‘ liegt wohl die Wiege für diese schmackhafte ‚Brotzeit‘ in Deutschland.

Täglich von 10.00 Uhr bis Mitternacht kann man mit einem ‚Kumru Atom‘ gut satt werden. Die Leute hinter dem Tresen mussten aber auch schon um 21 Uhr schließen, weil die Kumru-Brote ausverkauft waren.

Genau genommen ist Kumru ein Burger, der maßgeschneidert für die türkische Fleisch-Seele ist. Kumru ist von Izmir aus nach Berlin gekommen. ‚Die schöne Stadt‘, wie Izmir in der Türkei genannt wird, ist der eigentliche Geburtsort von Kumru.

Kumru wird aus Fleischnudeln ‚gebaut’, die auf einer Grillplatte schön knusprig gebraten werden. Zusammen mit andern Wurstscheiben, die ebenfalls gegrillt werden, kommen sie mit Tomaten, Gurken und Ketschup auf die speziellen, länglichen Brötchen mit Kichererbsen. Das Essen ist eine Kunst, Kleckern ist vorprogrammiert, aber schmeckt wirklich himmlisch. Mit Kumru verhungert in Berlin garantiert keiner.

Wir von gewuerzhelden.de werden, wieder zu Hause, versuchen einen ‚Kumru Atom‘ nachzubauen. Wird bestimmt spannend. Mehr darüber im nächsten Blog, versprochen.

Das Team der gewuerzhelden.de ist sich ganz sicher, dass der Trip nach Berlin gerade jetzt im Sommer zu einem unvergesslichen Erlebnis wird und wünscht gute Reise.

6. August 2017

Shakshuka

Bei unserem zweiten Besuch in Israel haben wir uns auf die Altstadt von Jaffa konzentriert. Zwangsläufig sind wir bei dem Nationalgericht Shakshuka gelandet.

Man kommt in Jaffa an diesem Gericht nicht vorbei. Wie versprochen haben wir, wieder zu Hause, versucht das Shakshuka von Bino Gabso, dem Shakshuka-Papst von Jaffa, nachzukochen.

Den eindringlichen Tipp von Dr. Shakshuka im Ohr, es komme auf die Zutaten an, haben wir uns auf den Weg gemacht.

Im Gegensatz zu Ojja, das wir aus Tunis mitgebracht haben, ist Shakshuka ein rein vegetarisches Gericht. Eigentlich ist Shakshuka eine Eierspeise in Tomatensauce und wird in ganz Israel zu jeder Jahreszeit gegessen.

Im Original isst man Shakshuka direkt aus der Pfanne. Spaß macht das in einer Gruppe. Ein paar Leute löffeln aus einer Pfanne und tunken ihr Weißbrot hinein, das hat ein bisschen was von Fondue-Essen.

Dr. Shakshuka backt sein Brot natürlich selbst. Wir haben uns für gekauftes Pita-Brot entschieden. Das dicke, weiche Fladenbrot aus Hefeteig gibt es beim Türken um die Ecke und taugt hervorragend zum Eintunken.

Also Olivenöl, viel davon, mit viel Knoblauch in die Pfanne, eine große Paprikaschote kleingeschnippelt dazu, dann eine große Ochsenherztomate, ebenfalls klein geschnitten in die Pfanne und alles zusammen mit einem großen Klacks Tomatenmark schön langsam anschwitzen. Keinesfalls anbraten, das wird zu heiß und das ganze Gericht funktionert nicht.

Wir haben dann, Dr. Shakshuka möge uns verzeihen, ganz profan eine Dose Cocktail-Tomaten dazu getan. Jetzt kommen die Gewürze an die Reihe. Mit Kreuzkümmel, edelsüßem Paprika, Salz und Pfeffer haben wir nicht gespart. Alles gibts ja zum Glück bei den gewuerzhelden.de in allen Mengen und zu jeder Zeit.

Zum ‚Scharfmachen’ haben wir die Chilli-Pyramidenflocken der gewuerzhelden.de genommen, Shakshuka braucht richtig Bums. Immer wieder umrühren und zum Schluss noch frische Petersilie dazu. Die Masse sollte schön sämig sein, nicht zu flüssig und nicht zu fest.

Jetzt kommt die große Eierkunst ins Spiel. In unserer Pfanne hatten vier Eier gut Platz. Es sollten auch vier Personen von einer solchen Pfanne gut satt werden.

Mit einem Esslöffel werden in die Shakshuka-Grundmasse vier Mulden gedrückt. Der Trick ist jetzt, die Eier, ohne das Eigelb zu verletzen, in diese Mulden zu platzieren.

Mit dem ‚patentierten Achtertrick‘ wird gerührt. Dr. Shakshuka beschreibt das so: Mit dem Stil eines hölzernen Kochlöffels wird eine Acht um die Eier herum ‚geschrieben‘. Die Rührbewegung soll das Eiweiß vorsichtig mit der Tomatenmasse vermischen und die Eigelbe aber nicht verletzen.

Mit etwas Gefühl, auch für unsere Hände machbar. Ganz entscheidend ist, dass die Pfanne zum richtigen Zeitpunkt vom Herd auf den Tisch kommt. Das Eiweiß sollte gestockt sein, das Eigelb aber noch flüssig, wie bei einem guten Frühstücksei.

Alle waren sich einig: Noch nie haben wir Eier mit einem solchen Genuss gegessen. Mit Gewürzen haben wir nicht gespart. Beim nächsten Mal werden wir aber ganz bestimmt überall noch eine Schippe drauflegen.

Es wird garantiert ein nächstes Mal geben. Dem liebenswerten Bino Gabso alias Dr. Shakshuka von Jaffa wünscht das Team der gewuerzhelden.de noch viele gute, gesunde und glückliche Jahre, den Lesern unseres Blogs viel Spaß beim Nachmachen und guten Appetit.