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26. Juli 2017

Jaffa

Er ist noch gar nicht so lange her, unser Besuch in Tel Aviv. Wir haben uns damals vorgenommen, unbedingt die Altstadt von Jaffa noch einmal extra zu besuchen.

Die Altstadt von Jaffa, am südlichen Rand von Tel Aviv, liegt direkt an der Mittelmeerküste. In der Geschichte hat man sie ‚Tor zum Land Israel‘ genannt.

Der Flughafen Ben Gurion bei Tel Aviv hat uns ja schon einmal begrüßt. Für den geschichtsträchtigen Stadtteil mit dem arabisch-israelischen Flair, hatten wir bei unserem letzten Besuch keine Zeit.

3.000 Jahre Geschichte zu Fuß zu durchstreifen war das, was wir uns gewünscht haben. Dass Jaffa den weltweit ältesten Hafen hat, ist nur eines von vielen Superlativen.

Wer den vielen Pilgern in der Stadt begegnet, denkt vielleicht er wäre in Rom, zumal am Kedumim-Platz die Peterskirche steht. In Jaffa, Yafo oder Joppe hatte der Apostel Petrus im Hause Simons seine berühmte Vision von der christlichen Missionierung.

Juden, Phönizier, Hasmonäer, Ägypter und sogar Napoleons Truppen haben in Jaffa ihre Spuren hinterlassen. Im 19. Jahrhundert hat man das Hafenstädtchen als ‚Städtchen der Hundert Orangenhaine‘ bezeichnet. Orangenhaine findet man heute leider keine mehr.

In der malerischen Altstadt fühlt man sich wie in einer Hollywood-Kulisse. Überall glaubt man sich in einen alten Bibelfilm versetzt. Im undurchschaubaren Gassenlabyrinth wird manch religiöser Kitsch feilgeboten. Für die Entdeckung von Jaffa braucht man Zeit und die sollte man sich auf jeden Fall nehmen.

Überall überraschen den Besucher richtige Kitsch-Postkarten-Bilder und von vielen Ecken eine phantastische Sicht auf das Mittelmeer und den Hafen.

Hotels sind wie überall in Israel nicht gerade billig, aber für 50 Euro kann man fündig werden.

Die Vermischung der Kulturen ist an keinem Ort in Israel so greifbar wie in Jaffa. Es gibt jede Menge Cafés und Restaurants in jedem kleinen Gässchen. Überall hat man ein paar Stühle vor die Tür gestellt oder einen kleinen Innenhof ausgebaut. Prallvolles Leben ist in allen Gassen und exotisches Sprachengewirr zieht durch alle Winkel.

Alle Siedler haben nach Jaffa die Küchen und Gerichte ihrer jeweiligen Kultur mitgebracht. Das macht sich nicht nur in der Vielfältigkeit bemerkbar, sondern auch in den unterschiedlichsten Gewürzdüften, die durch die Altstadt ziehen.

In allen Cafès und Restaurants kann man hervorragend und vor allem sehr preiswert essen. Nach Streetfood braucht man in Jaffa keine Ausschau halten. Für Foodtrains wären die engen Gassen ohnehin zu schmal.

Die kleinen Kneipen Jaffas sind nicht nur durch Vielfalt ihrer der Gerichte, sondern auch durch mäßige Preise bekannt. Selbst die sparsamsten Touristen sollten sich auf die gastronomischen Besonderheiten einlassen, wir haben es nie bereut.

Unbedingt probieren wollten wir Shakshuka, das Nationalgericht. Die Hauptzutaten sind pochierte Eier, eine würzige Tomatensoße und verschiedene Gemüsesorten. Shakshuka wird in einer Eisenpfanne zubereitet und auch in derselben serviert.

Die Qualitätsunterschiede hängen von den Zutaten ab, doch die Zubereitungskünste des Kochs sind entscheidend. Man hat uns erzählt, dass Dr. Shakshuka der Top-Sternekoch für dieses Gericht wäre.

In der jüngsten Folge von ‚Kitchen Impossible‘ im Fernsehsender Vox, hat man den österreichischen Sternekoch Hans Neuner zu Dr. Shakshuka nach Jaffa geschickt, mit der Aufgabe das Nationalgericht ohne Anleitung nachzukochen.

Wie dem auch sei, wir haben das Ergebnis des Plagiats leider nicht kosten können, das Original jedenfalls war eine Geschmacksexplosion. Was der kleine rundliche Koch mit dem bürgerlichen Namen Bino Gabso mit der alten Gusspfanne gezaubert hat, einfach Wahnsinn.

Bino Gabso hat uns sein Rezept, das wie er selbst aus Libyen stammt, verraten. Wir werden, wieder zurück in Deutschland, versuchen es nachzukochen.

Das Team der gewuerzhelden.de wünscht jedenfalls eine schöne Reise nach Jaffa. Und wir melden uns mit Shakshuka, Shalom.

19. Juli 2017

Essen in Tunis - Ojja

Couscous als Nationalgericht Tunesiens haben wir beim Besuch in Tunis einfach mal ausgelassen. Wir haben uns für Ojja, gleich zum Frühstück entschieden. Diese ‚Suppe mit Rühreiern‘, wie wir das spöttisch genannt haben, hat sich als gute Grundlage für einen langen Tag in der Medina, dem historischen Zentrum der tunesischen Hauptstadt, als überaus tauglich erwiesen.

Es braucht schon ausreichend Kalorien, um nur einen kleinen Teil der 700 Paläste, Moscheen und Mausoleen in der Altstadt von Tunis zu besuchen. Magenknurren macht schlechte Laune und es läuft sich mit Hunger im Bauch sehr schleppend.

Wie versprochen haben wir, wieder zu Hause, versucht Ojja nachzukochen. Eigentlich ist es ja eine arabische Vorspeise, aber wie gesagt, als gehaltvolles Frühstück unschlagbar.

Tomaten braucht man dazu. Wir haben ein paar große Ochsenherztomaten gefunden, Fleischtomaten mit ganz besonderem Aroma. Eine alte Tomatensorte, die nicht überall zu finden ist, aber super schmeckt. Beim Kochen ist ein ganzes ‚Ochsenherz‘ einfach so vorher vernascht worden.

Die Tomaten und eine Paprikaschote haben wir in kleine Stückchen geschnitten und mit Kümmelpulver, das ist gemahlener Kümmel, gewürzt. Gemahlenen Kümmel gibts übrigens im Internetshop der gewuerzhelden.de. Alles zusammen wird in Olivenöl schön gedünstet.

In Ermangelung der echten Merguez, das ist die scharf gewürzte Hackfleisch-Bratwurst, die in der maghrebinischen Küche eigentlich dazu gehört, haben wir ein paar rohe fränkische Bratwürste ‚gekillt‘.

Die echte Merguez ist schon von Haus aus stark gewürzt. Das Würzen haben wir nachgeholt. Die Haut abgepellt und den rohen Bratwurstteig in eine Schüssel gegeben. Das Ganze haben wir mit Kreuzkümmel, Paprikapulver und Knoblauchpfeffer (aus dem Shop der gewuerzhelden.de) ordentlich durchgemischt.

Zum ‚Scharfmachen’ sind wir auf die Chilli Pyramidenflocken der gewuerzhelden.de gekommen. An Gewürzen keinesfalls sparen, das Ganze sollte schon richtig ‚Bums‘ haben.

Schon jetzt füllt sich die Küche mit den Düften der Altstadt von Tunis. Die rohe Wurstmasse haben wir wieder zu Würstchen gerollt und in einer extra Pfanne wie eine Bratwurst gebraten.

Nach der sorgfältigen Überprüfung von Schnittfestigkeit und Geschmack, haben wir sie in Scheiben geschnitten. Die Eier geben wir in eine Schüssel und mit etwas Pfeffer und Salz mit der Gabel verquirlen.

Alles zusammen kommt in die Pfanne zu den Tomaten und den Paprikastreifen. Jetzt brauchen die Eier nur etwas stocken, auf kleiner Flamme. Keinesfalls darf die Masse fest werden. Es ist höchste Konzentration gefragt. Immer wieder muss man dabei umrühren.

Das fertige Ojja kommt in der Pfanne auf den Tisch. Weißbrot dazu und alle können, wie bei einem Fondue, ihr Brot in die Pfanne tauchen. Ein stilechtes Getränk dazu wäre ein Pfefferminztee, sehr stark und mit viel Zucker.

Das Team der gewuerzhelden.de wünscht guten Appetit.

12. Juli 2017

Tunis, die 'geteilte' Stadt

Das Auswärtige Amt rät aktuell bei Reisen nach Tunesien zur Vorsicht. Aber die Vorsicht sollte man nicht nur bei Reisen in die weite Welt walten lassen. Auch bei uns zu Hause gibt es keine garantierte Sicherheit vor Terror und Verbrechen.

Tunesien ist ein wunderschönes Land. Die Tunesier sind auf den Tourismus angewiesen. Die Hauptstadt selbst gehört eigentlich nicht zu den populären Reisezielen am nördlichsten Zipfel von Afrika. Hammamet, Djerba oder Monastir sind die Ziele, die einem bei der Nennung von Tunesien einfallen.

Wir wollen aber die Tradition der Städtetrips hier mit dieser Serie fortführen. Die Hauptstadt Tunis ist mit ihren verwinkelten Altstadtgassen, den Boulevards und den historischen Plätzen ganz sicher: die Seele des Maghreb. Tunesien, Algerien und Marokko - die Maghreb-Staaten - haben schon wegen ihrer Geographie und ihrer Geschichte viele Gemeinsamkeiten.

Wer einmal durch die Souks von Tunis geschlendert ist, wird das mit der Seele verstehen. Aber auch abseits der geschäftigen Märkte mit dem bunten Treiben, den exotischen Gerüchen der Gewürzshops und den schmeichelnden Stimmen der Stoffhändler, Schuhverkäufer und Parfümverkäufer, gibt es in Tunis viel Balsam für die Augen.

Ehrwürdige Kolonialbauten, prachtvolle Moscheen und mächtige Stadttore säumen die staubigen Straßen. ‚Überleben’, was die Versorgung anbelangt, ist in den vielen preiswerten Cafés und einfachen Straßenrestaurants leicht. Touristen mit überhöhten Preisen zu neppen, käme einem Tunesier nicht in den Sinn, obwohl Handeln zur Einkaufskultur gehört. Ein Europäer, der in den Souks nicht handelt, wird nicht so recht ernst genommen.

Die tunesische Hauptstadt ist eine ‚geteilte’ Stadt. Der eine Teil ist die historische Altstadt, die Medina, der andere die koloniale Neustadt. Ein ‚Must‘ ist ein Besuch im Nationalmuseum von Bardo. Im größten archäologischen Museum Tunesiens ist die bedeutendste Sammlung von römischen Mosaiken weltweit zu sehen.

Exponate aus der Frühgeschichte, vom alten Karthago bis zum islamischen Tunesien, sorgen für Staunen. Das Museum ist im Harem eines ehemaligen Herrscherpalastes aus dem 13. Jahrhundert untergebracht, was für sich betrachtet schon einen Ausflug wert ist. Nur zehn Kilometer in Richtung Osten sind es bis zu den Ruinen des antiken Karthago. Die archäologische Ausgrabungsstätte gehört zum UNESCO-Weltkulturerbe.

Was man unbedingt gesehen haben soll, ist das 20 km entfernte Sidi Bou Saïd. Im Januar oder Februar wird in diesem kleinen Küstendörfchen mit den blau-weiß gestrichenen Häusern der Frühling vorgezogen. Blumenschmuck soweit das Auge reicht und dazu Blicke auf das tiefblaue Meer, die von keiner Kitschpostkarte übertroffen werden können.

Eigentlich ist ja Couscous das tunesische Nationalgericht. Wir haben uns aber für Ojja entschieden. Das gleich zum Frühstück, um damit allem Magenknurren im Laufe eines langen Tages aus dem Weg zu gehen. Ojja ist eine besondere Form von Spiegeleiern, eher eine Suppe, die man gut mit Weißbrot tunken kann. Eine unterhaltsame Speise, die von mehreren Personen gleichsam direkt aus der Pfanne gegessen wird.

Den ganzen Tag über wird immer und überall Pfefferminztee getrunken. Richtig süß muss er sein. Den Europäern wird gesagt, man müsse Salziges essen bei der Hitze, die Nordafrikaner halten sich nicht daran. In den Tee gehören ein paar Stück Zucker.

Unterwegs bei den Trips durch die Stadt haben wir den Kalorienbedarf öfter Mal mit Halva gestillt, das ist wie türkischer Honig. Die Grundmasse besteht aus Sesamsamen, Zucker, Honig und Öl. Fertig ist das eine weiße, feste Masse, die entweder mit Mandeln oder Pistazien angereichert und verziert wird. Halva gibt es in Tunis an jeder Straßenecke. Aber Vorsicht, in des Tagesrucksack gehören unbedingt viele Feuchttücher, die Finger kleben von dem supersüßen Halva richtig schön zusammen. Kalorien zählen braucht man dabei auch nicht anfangen. Auch bei Halva gilt, viel Süß hilft bei großer Hitze.

Flüge nach Tunis sind billig. Ab 48 Euro findet man schon Schnäppchenangebote und kann auf dem Aéroport International landen. Privatzimmer findet man ab 20 Euro mitten in der Stadt. Hotels beginnen ab rund 30 Euro. Schlafen in Tunis kostet kein Vermögen.

Das Team der gewuerzhelden.de ist sich ganz sicher, dass der Trip nach Tunis zu einem unvergesslichen Erlebnis wird und wünscht gute Reise. Das Rezept für Ojja wird im nächsten Blog nachgereicht, versprochen.

2. Juli 2017

Labskaus

Labskaus, das traditionelle Seemannsgericht, gehört zu Hamburg wie der Hafen und die Reeperbahn. Richtigerweise besteht das Labskaus neben Rindfleisch (in unserem Rezept Corned Beef) aus Zwiebeln, zerstampften Kartoffeln und Rote Bete. Die Roten Bete sorgen für die kräftige Rotfärbung auf dem Teller.

Nach dem Wochenendtrip in die Hansestadt Hamburg und dem Versuchen einer Probeportion, hat das Team der gewuerzhelden.de versprochen, das Rezept für den Original ‚Hamburger Labskaus‘ nachzureichen. Bitteschön:

Die erste und wichtigste Zutat sind Kartoffeln. Es sollten schon mehlig kochende sein. Ungefähr gleich viel Rote-Bete-Knollen werden gebraucht, sie findet man zu jeder Jahreszeit gegart und geschält in den Kühlregalen der Supermärkte. Ein Glas Gewürzgurken wird bereit gestellt, etwas Salz und eine Dose Corned Beef.

Die Kartoffeln werden geschält, geviertelt und in Salzwasser gekocht. Die Zwischenzeit kann man nutzen, um die Rote Bete und die Gewürzgurken in kleine Stücke zu schneiden und zusammen mit dem Gewürzgurkensud und dem Corned Beef in eine Schüssel zu geben. Etwas von den Rote Bete übriglassen und zur Dekoration in kleine halbe Scheiben schneiden.

Wenn die Kartoffeln fertig sind, kommen sie auch in die Schüssel und das Ganze wird mit einem Kartoffelstampfer zerdrückt. Auf gar keinen Fall einen Fleischwolf wie in manchen Rezepten angegeben dazu benutzen, das wäre eine echter Fauxpas.

Bei kleiner Hitze wird das Gemisch erwärmt, keinesfalls gekocht. Als Gewürze kommen nur Salz und Pfeffer dazu. Die gewuerzhelden.de haben auch da eine reiche Auswahl. Jetzt kommen die Eier in die Pfanne und werden als Spiegeleier in etwas Öl gebraten.

Vier Rollmöpse kommen zusammen mit den Spiegeleiern auf das Gericht als Top obendrauf und das Ganze wird mit den Rote Bete-Scheiben dekoriert. Voilà - der Originale Hamburger Labskaus ist fertig.

Ob dieses einfache Seemannsgericht die ‚Pfeffersäcke‘ der Hanse je selbst gegessen haben, mögen wir fast bezweifeln. Zu sagen, das hat geschmeckt, fällt einem von fränkischen Schäufele verwöhnten Gaumen sehr schwer. Aber vielleicht bietet die außergewöhnlich umfangreiche Auswahl an Gewürzen bei den gewuerzhelden.de viel Luft nach oben, um den Geschmack dieses einfachen Seemannsgerichtes nachhaltig zu verbessern. Das Team der gewuerzhelden.de ist jedenfalls für Vorschläge dieser Art immer offen, wünscht viel Spaß beim Ausprobieren und guten Appetit.