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19. März 2018

Danzig

„Theo, wir fahr’n nicht nach Lodz, wir fahren nach Danzig.“ Liebe Lodzer, seid uns nicht böse, wir wollten uns zuerst einmal die Bernsteinhauptstadt anschauen. Danzig ist die drittgrößte Stadt Polens und mit 750.000 Einwohnern sicher keine Kleinstadt.

Die Anreise von Bamberg aus ist keine große Sache. Die Fernreisebus-Veranstalter bieten Tickets ab rund 80 Euro an. Noch billiger ginge es mit BlaBlaCar, der Mitfahr-App, dort könnte man ab 35 Euro einen Mitfahrplatz buchen.

Wir haben uns für die Luxus-Version mit der Bahn entschieden. Von Berlin sind wir mit dem Berlin-Gdynia-Express nach Danzig gefahren.

Im Zug mit Speisewagen gibt es schon leckere polnische Wurst. Die Fahrt dauert rund sechs Stunden und bietet malerische Bilder, vorbei an Posen und Bydgoszcz.

Gdańsk Główny ist der Bahnhof. Im Baustil der Neurenaissance ist er Dreh- und Angelpunkt für die Fernzüge. Alle Nahverkehrszüge, Straßenbahnen und Busse halten ebenfalls hier oder fahren von hier aus ab.

Der Bahnhof liegt in der Danziger Innenstadt, im Westen der Altstadt. Unser gebuchtes Hotel ist gut zu Fuß zu erreichen. Wir haben uns das Ibis Hotel ausgesucht, 400 m vom alten Rathaus entfernt. Für ganze 38 Euro ein gutes Angebot, zumal das Haus beste Bewertungen hat.

Vom Hotel aus ist man in ein paar Minuten zu Fuß im bekannten Schifffahrtsmuseum der Danziger Werft. Nur 600 m weiter steht das bekannteste Fotomotiv der Stadt, das Krantor an der Mottlau.

Zum historischen Langen Markt ist es auch nur ein bequemer Spaziergang. Auch die Katharinenkirche (die man unbedingt gesehen haben muss) und die Markthalle sind direkt in der Nähe.

Danzig, auf polnisch Gdańsk, liegt östlich von Stettin in der Danziger Bucht an der polnischen Ostsee. Die Stadt gehört zur Woiwodschaft Pomorskie, dem Verwaltungsbezirk Pommern.

Sie liegt günstig an der Mündung der Weichsel in die Ostsee. Diese Lage hat der Stadt ihre Bedeutung und ihren Reichtum beschert.

Die Danziger Werft war die Geburtsstätte der Solidarność, die Gewerkschaft, die 1989 den Kommunismus niedergerungen hat.

Handelsschiffe sucht man an den Kaimauern von Danzig vergebens, dafür laden nachgebaute Piratenschiffe die vielen Touristen zu Rundfahrten ein.

Danzig ist die Welthauptstadt des Bernsteins. Für Bernstein gibt es viele Namen: Amber oder Gold der Ostsee wird Bernstein auch genannt.

Je nach Alter kann ein Bernstein weiß, in diversen Gelbtönen, orange, sehr dunkel oder kirschfarbig sein.

Dem Bernstein wurde schon in der Geschichte magische und heilende Kräfte zugesprochen. Am interessantesten sind Steine mit Einschlüssen. Jahrmillionen alte Pflanzen oder Insekten sind in diesen Steinen erhalten und machen sie wertvoll.

Heute ist Danzig nicht nur eines der kulturellen, wissenschaftlichen und wirtschaftlichen Zentren Polens, sondern auch ein beliebter Ort für Urlaub an der Ostsee.

Essen und Trinken ist natürlich in Danzig kein Problem. Sehr beliebt in ganz Polen sind die Milchbars ‚Bar mleczny‘ steht angeschrieben. Der Name irritiert etwas. Die Milchbars sind richtige Kantinen, in denen gute polnische Hausmannskost zu günstigen Preisen serviert wird. Früher gab es dort vorwiegend Milchspeisen, daher der Name.

Wir haben uns auf Anraten eines Bekannten, der schon Erfahrungen mit der polnischen Küche hatte, für Piroggen auf polnisch ‚pierogi‘ entschieden. „Das müsst ihr gegessen haben.”

So richtig lecker hat der fahle Teigklos nicht ausgesehen. Die Oberfläche war glatt, glänzte fettig und angeblich sollte er mit Fleisch gefüllt sein.

Mutig haben wir hineingebissen und eigentlich ein vor Fett triefendes Teigstück erwartet. Aber, die Überraschung war mehr als groß, das hat richtig lecker geschmeckt, vor allem die Fleischfüllung. Die Reaktion aller am Tisch war: Aufstehen und sofort Nachschlag an der Selbstbedienungstheke ordern.

Die Milchbars haben keine aufwändige Einrichtung und keine Bedienung, aber gutes, preiswertes Essen, das war die ursprüngliche sozialistische Idee. Jeder sollte satt werden, keiner hungern.

Wir haben sofort beschlossen, sich zu Hause einmal an den ‚pierogi‘ zu versuchen. Leider haben unsere Sprachkenntnisse nicht ausgereicht, die Rezeptgeheimnisse dieser Milchbar zu ergründen.

Die alte Hansestadt gehört unbestritten zu den schönsten Städten Polens. Für die schier unglaubliche Zahl an Sehenswürdigkeiten in Danzig sollte man sich ein paar Tage Zeit lassen.

Um die recht deftige polnische Küche ohne Schaden zu überstehen, hilft ein Gläschen oder zwei von dem echten polnischen Wodka. Wodka ist in Polen für alle Menschen und viele Wehwehchen ohnehin ein Allheilmittel. Nazdrowie (Prost)!

Das Team der gewuerzhelden.de kann deshalb nur empfehlen: Nehmt euch für Danzig ein paar Tage Zeit, es lohnt sich. Viel Spaß dabei!

12. März 2018

Gulasch

Nach unserem Ausflug nach Budapest haben wir versprochen uns einmal um das Gulasch zu kümmern. Gulasch wird in den heimischen Küchen eigentlich sehr oft gekocht. Jeder hat so sein Geheimrezept, von den Variationen einmal ganz abgesehen.

Da ist z.B. von Szegediner Gulasch die Rede, ein Gulasch mit Sauerkraut. Da gibt es Orientgulasch mit Datteln und Mandeln oder Kalbsgulasch mit Kürbis. Es gibt viele Gerichte, die Gulasch im Namen tragen. Ob zu Recht oder zu Unrecht ist einfach Geschmacksache.

Im Gundel, der Budapester Gulasch-Institution, haben wir eine hervorragende Gulaschsuppe gegessen. Jetzt, zu Hause wollen wir versuchen den Geschmack dieser Gulaschsuppe auf ein ‚großes Gulasch' zu übertragen.

Also, Rindfleisch musste her. Vor den Türen der Städte gibt es Rinderzüchter, die ihr Fleisch direkt selbst vermarkten. Unser Lieferant hält auf seinem Freiland Charolais-Rinder, schlachtet und vermarktet das Fleisch selbst. Es gibt wohl kaum eine bessere Voraussetzung für ein richtig gutes Gulasch.

Wir haben uns das ‚Bürgermeisterstück’ ausgesucht. Das schön marmorierte Stück Rindfleisch kommt aus dem Bereich der Hüfte, oberhalb der Kugel in der Keule. Der lustige Name stammt aus der Zeit, als nach der Schlachtung das beste Stück Fleisch vom Rind dem Bürgermeister überlassen wurde.

Das Gulaschschneiden haben wir selbst übernommen. Mit einem großen, scharfen Küchenmesser hat das Schneiden etwas Meditatives. Die Fleischstücke auf ein Format von ungefähr 3x3x3 cm zu schneiden, haben umfangreiche Recherchen im Netz ergeben. Die Zwiebeln müssen nicht unbedingt fein geschnitten sein.

Fleisch und Zwiebeln sollten ein Verhältnis von 1:1 ergeben, also ein Kilo Fleisch und ein Kilo Zwiebeln ist das ideale, skalierbare Mischverhältnis. Nur mit echtem Schweineschmalz kann die sogenannte ‚Pörkölt-Koch-Technologie‘ gelingen. ‚Pörkölt’ steht in der deutschen Sprache für das Wort ‚Anrösten‘.

Beim Anrösten mit Niedrigtemperatur, das Schweineschmalz kann man ohnehin nicht hoch erhitzen, müssen die Zwiebeln ganz mit Fett bedeckt sein. Nur dann gehen die zuckerhaltigen Bestandteile der Zwiebel in den Kochsud über.

Wenn die Zwiebeln fertig sind, werden sie in einer Schale auf die Seite gestellt. Dann kommt das Fleisch in die fette Pfanne. Auch hier gilt, unbedingt den Finger vom Temperaturschalter zu lassen. Weiter auf kleiner Hitze das Fleisch von allen Seiten schön schmoren. Bei diesem Schmoren bildet das Fleisch ordentlich Röstaromen und karamellisiert richtig schön vor sich hin.

Ein paar Tomaten haben wir mit dem Backofentrick von der Haut befreit und alles zusammen in einen Topf gegeben. Die Zwiebeln, das Fleisch und die Tomaten werden auf kleiner Flamme eine Weile geköchelt, nur so lange bis die Tomaten weich sind. Das geht sehr schnell, also keinesfalls zu lange kochen. Das Fleisch ist ja schon fertig und darf nicht zerfallen. Die Tomaten geben der Soße eine schöne Sämigkeit und einen feinen Geschmack.

Zum Würzen haben wir natürlich das originale Gulaschgewürz aus unserem Shop genommen. Da ist ungarischer Paprika, Kümmel, Pfeffer, Salz, Chili, Muskat und Kümmel alles schon drinnen. Mehr braucht es nicht, um ein richtig schmackhaftes Gulasch auf den Tisch zu bringen.

Forint brauchen wir nicht dazu, um ein großes Glas Bier dazu zu servieren, da genügen ein paar Euro. Gulasch mit Bier ist wie eine bayerische Brotzeit vom Brett mit einem Rettich und Bier, das gehört einfach zusammen.

Deshalb haben wir auch das Gulasch letztendlich ohne weitere Zutaten serviert. Einfach nur Brot dazu und das Essen ist perfekt. Man kann nur sagen, so muss ein Gulasch schmecken.

Das Team der gewuerzhelden.de wünscht viel Spaß beim Nachkochen und guten Appetit.

6. März 2018

Budapest

Es brauchte keine 100 Euro, um von Frankfurt aus nach Budapest zu fliegen. Bei der Wizz Air, der größten Low-Cost-Fluggesellschaft für Mittel- und Osteuropa, sind wir fündig geworden, 89 Euro für den Flug.

Der Budapester Flughafen ‚Liszt Ferenc‘ liegt fast 20 Kilometer südöstlich der ungarischen Hauptstadt. Eine bequemer Transfer war der Shuttlebus von miniBUD. Der hat uns für ein paar Euro direkt zu unserer Unterkunft gebracht.

Wir haben uns ein liebevoll eingerichtetes Hostel im Herzen der Stadt ausgesucht. Das Lavender Circus liegt genau gegenüber dem Ungarischen Nationalmuseum. Der Verkehrsknotenpunkt Kálvin Tér mit seinen zwei U-Bahn-Linien und verschiedenen Straßenbahn- und Bushaltestellen ist nur etwas mehr als 100 Meter entfernt, der ideale Ausgangspunkt um die Stadt zu erkunden.

Das erste, absolute Muss in Budapest ist die Kettenbrücke. Die älteste und bis heute bekannteste Budapester Donaubrücke verbindet das östliche Buda mit dem westlichen Pest. Das Bauwerk feierte im letzten Jahr ein besonderes Jubiläum. Am 24. August 1842 war die Grundsteinlegung für die Széchenyi-Kettenbrücke, wie sie korrekt genannt wird.

Graf István Széchenyi war die treibende Kraft, um eines der Hauptprobleme, eine Verbindung zwischen den beiden, damals noch unabhängigen Städten Buda und Pest, zu lösen. Es wurden in den vorangegangenen Jahrhunderten im Sommer immer wieder Pontonbrücken gebaut. Die mussten im Winter, mit Beginn der Eisbildung, aber wieder abgebaut werden. Auch der Transportweg, über die später zugefrorene Donau, war nicht besonders zuverlässig. Eine Brücke musste her. Für einen Brückenbau mit Holz und Steinen, wie damals üblich, war die Donau zu breit. So wagte man sich zum ersten Mal an eine Eisenkonstruktion mit Material aus England.

Den Sprengkommandos, der sich zurückziehenden deutschen Truppen, ist sie im Januar 1945 zum Opfer gefallen. Im November 1949 hat man sie, wieder vollkommen hergestellt, neu eröffnet.

Für unser Urlaubsfoto haben wir uns das Motiv mit der Hängebrücke und der Budaer Burg im Hintergrund natürlich nicht entgehen lassen.

Bei unseren Spaziergängen haben wir in der Donaumetropole eine einzigartige Mischung aus modernen Bistros und traditionellen Cafés gefunden. Überall findet man umfangreiche Kunstausstellungen. Lokale mit Live-Musik sind immer rappelvoll und das Gedränge ist groß.

In Budapest kann man als Besucher garantiert nicht verhungern. Es gibt an jeder Ecke etwas zu Essen. Fastfood wie Döner oder Pizza gibt es in jeder kleinen Bude am Straßenrand. Aber auch die Restaurants in Budapest lassen keine Wünsche offen.

Angesagt waren bei uns deftige Gerichte, immer mit einem großen Bier. Budapest ist etwas für Fleischliebhaber und Leute, die auch gerne mal einen trinken. Wärmstens empfehlen können wir das Gundel. Das Gundel ist seit 1894 in Budapest eine Institution. Die Fahrt in den wunderschönen Stadtwald lohnt sich allemal.

Das Restaurant ist in einem um die Jahrhundertwende gebauten Palast untergebracht. An den Wänden hängen Gemälde ungarischer Künstler aus dem 19. und 20. Jahrhundert. Das Essen wird auf wertvollem Herendi- oder Zsolnay-Porzellan mit Silberbesteck serviert. Das Gundel Orchestra spielt live für die Gäste auf.

Auf der Karte stehen ausschließlich traditionelle Gerichte, die nach Originalrezepten zubereitet werden. Wir haben uns für eine ungarische Gulaschsuppe à la Karl Gundel nach einem Rezept von 1910 entschieden, für 4100 Forint, das sind ungefähr 13,50 Euro, bei diesem Ambiente nicht zu teuer. Es gibt nur eine Bewertung: Superspitzenlecker.

Aber die größte Enttäuschung war, unter Gulasch verstehen die echten Ungarn eigentlich eine Gulaschsuppe. Das, was bei uns als ‚echt Ungarisches Gulasch‘ beschrieben wird, ist etwas anderes.

Gulasch hieß in Ungarn ursprünglich ‚Gulyásos Leves‘ - übersetzt: Suppe nach Rinderhirten Art. Der Rinderhirte kochte damals seine Gulaschsuppe aus allem was er an Fleisch vorfand, aber nicht aus Rindfleisch. Das Rind, das er im Auftrag seiner Besitzer hütete, musste ganz bleiben und so hat er Lamm-, Geflügel- oder Schweinefleisch für sein Suppe auf dem offenen Feuer verwendet.

Wir haben jedenfalls beschlossen, dem Gulasch in der von uns gewohnten Form nachzugehen. Zu Hause werden wir versuchen, die Erfahrungen aus der echten Gulaschsuppe mit unserem Bild von Rindergulasch unter einen Hut zu bringen.

Vor lauter Essen und Trinken, das Bier und der Wein ist alleine schon eine Reise wert, sind die Sehenswürdigkeiten der Stadt etwas in den Hintergrund geraten. Wir können deshalb nur empfehlen: Nehmt euch für Budapest ein paar Tage mehr Zeit, es gibt wirklich viel zu sehen und zu erleben, es lohnt sich.

Viel Spaß dabei wünscht das Team der gewuerzhelden.de.
28. Februar 2018

Cozido à Portuguesa

Bei unserem Städtetrip nach Lissabon haben wir im Gato Pardo einen sehr guten ‚Cozido a Portuguesa‘ serviert bekommen. Das ist ein Eintopf mit Fleisch, Kartoffel und Gemüse, super lecker.

In diesem einfachen Bistro, nach der Fahrt mit der knallgelben Straßenbahn, war das Essen und das Eintauchen in die Welt der Einheimischen eine wunderbare Erfahrung.

In unserem ‚Cozido a Portuguesa‘ haben wir geräucherte Schweinswürste, Rindfleisch, Hähnchen und natürlich Gemüse in vielen Varianten registriert. Die Recherche nach dem möglichst originalen Rezept im Netz hat uns aber nicht sehr weit gebracht.

Also den eigenen Kopf mit den Erinnerungen einschalten und los gehts. Die passenden Fado-Klänge beim Streaming Anbieter herausgesucht - ist besser der Fado rührt uns zu Tränen anstelle der Zwiebeln.

Eingekauft bzw. in unseren Vorräten gefunden haben wir Kichererbsen, Zwiebeln, Knoblauch (dafür nehmen wir natürlich den granulierten Knoblauch aus unserem Shop) und ein gutes Stück Rindfleisch. Das Hähnchen kam ausnahmsweise aus der Tiefkühltruhe und die geräucherten Schweinswürste wurden durch geräucherte Knoblauchwurst ersetzt. Dazu hat ein ganzer Korb Gemüse seinen Weg in die Küche gefunden.

Die Kichererbsen haben wir über Nacht in Wasser eingeweicht. Die Zwiebeln schälen, aber kleinschneiden ist nicht notwendig. Sie werden nur geviertelt und kommen zusammen mit dem Knoblauch, dem Rindfleisch und etwas Salz in den Topf. Zugedeckt lassen wir alles bei mittlerer Hitze zwei Stunden kochen. Dann erst die abgetropften Kichererbsen dazugeben und nochmals eine Stunde weiterkochen lassen.

Das Huhn kommt in einen zweiten Topf, wird mit Fleischbrühe aufgegossen und rund eine Stunde zugedeckt gegart. Jetzt ist genug Zeit die zu Möhren schälen und längs zu halbieren. Die Möhren waren in Lissabon auch nicht kleingeschnippelt.

Jetzt noch die Kartoffeln schälen, waschen und halbieren. Den Weißkohl putzen und in grobe Stücke schneiden. Das gleiche gilt für den Broccoli. Die Wurst, Möhren, Kohl und Kartoffeln kommen in den Topf zum Rindfleisch, mit etwas Petersilie. Dafür haben wir immer gerebelte Petersilie vorrätig. Das Ganze noch einmal rund 30 Minuten köcheln.

Der letzte Schritt ist, das Geflügel und das Rindfleisch aus der Brühe zu nehmen und klein zu schneiden. Die Haut beim Hähnchen haben wir vorher abgelöst.

Brühe wird durch ein Sieb gegossen und aufgefangen. Fleisch und Gemüse wird auf einer Platte angerichtet und mit etwas Brühe übergossen. Die restliche Brühe taugt noch für eine kräftige Suppe, entweder als Vorspeise oder für den nächsten Tag.

‚Cozido a Portuguesa‘ ist ein einfaches, sehr schmackhaftes Essen, das, abgesehen von der ‚Schnippelarbeit‘, gut vorzubereiten ist und auch eine größere Gruppe am Tisch gut satt macht.

Allen bei uns hat es jedenfalls super geschmeckt und über Lissabon gab es beim Essen ohnehin viel zu erzählen. Viel Spaß beim Nachkochen und guten Appetit wünscht das Team der gewuerzhelden.de.

21. Februar 2018

Lissabon

Eigentlich ist es genug mit dem Winter und dem Schmuddelwetter. Wir wollen jetzt Sonne und Wärme auf der Haut. Also, wo beginnt der Frühling jetzt schon? Nach langem Drehen am Globus, landete der Finger an der Atlantikküste, in Portugal, genauer in Lissabon.

Richtig, die Stadt ist auf jeden Fall einen Kurztrip wert und der Frühling ist da auch schon angekommen.

Manuelinische Architektur, postmoderne Kunst, Straßenbahnen und Kulinarisches stehen auf dem Zettel.

Eines hat man uns von vorne weg ans Herz gelegt, bequeme Schuhe nicht vergessen. Lissabon ist bergig, es geht rauf und runter, meist auf Pflastersteinen und die Füße sind in dieser Stadt das beste Mittel der Fortbewegung.

Angekommen auf dem Flughafen Humberto Delgado in Lissabon, begrüßt uns die Frühlingssonne. Am Vormittag schon 16 Grad, die richtige Temperatur für längere Fußmärsche. Das ganze Jahr über herrschen Temperaturen von über 20 Grad. Keine andere Hauptstadt in Europa kann mit diesem Klima mithalten.

Der internationale Verkehrsflughafen ist mit einer direkten U-Bahn-Verbindung zur Innenstadt gut angebunden. Wir haben für unseren Last-Minute-Flug von Frankfurt aus ganze 42 Euro bezahlt.

Für knapp unter 100 Euro sind wir im Jupiter Lisboa Hotel untergekommen. Das ist ein brandneues 4-Sterne-Hotel im Zentrum von Lissabon. Drei Gehminuten von der Stierkampfarena und U-Bahn-Station Campo Pequeno entfernt. Sehr sehenswert ist der Panoramablick von der Dachterrasse über die Stadt.

Die Originalfassade stammt aus dem Jahr 1906, aber die Zimmer sind großzügig und frisch modernisiert. Laut Bewertungen bietet diese Unterkunft das beste Preis-Leistungs-Verhältnis in Portugals Hauptstadt.

Der erste Ausflug führt uns auf den Praça do Comércio, was so viel bedeutet wie Platz des Handels. Der prächtige Triumphbogen auf dem großen Platz, dann die Sicht auf den Tejo, ringsum Paläste und in der Mitte das bekannte Reiterstandbild, atemberaubend.

Autos fahren hier nicht und ein Café reiht sich an das andere. Das Reiterstandbild zeigt König Joseph I., dessen Staatsminister Pombal die Stadt nach dem fatalen Erdbeben von 1755 in Rekordzeit wiederaufbaute.

Der Triumphbogen führt zur Rua Augusta, der Hauptschlagader der Geschäftswelt.

Mitten im Häusermeer eine schwarze Eisenkonstruktion, der Elevador Santa Justa. Irgendwie erinnert das an den Eiffelturm in Paris. Der Gedanke ist nicht verkehrt. Der Lift, der Personen von der Unter- in die Oberstadt nach Bairro Alto bringt, stammt tatsächlich aus dem Büro Eiffel.

Ist man oben angekommen, hat man auf der Galerie einen wunderschönen Ausblick auf den eleganten Rossio-Platz und die Burg Castelo de São Jorge.

Chiado ist das chicste Viertel mit den teuersten Markenshops. Eine lebensgroße Bronzeskulptur des berühmten Existenzialisten Fernando Pessoa ist das beliebteste Fotomotiv in der Stadt.

Zur Mittagszeit eine Stockfisch-Calzone, das ist ein Hochgenuss. Der Duft gegrillter Sardinen macht sich im schönen Altstadtviertel Alfama breit. Die Sardine hat sogar ein eigenes Volksfest.

In Alfama dudelt hinter jedem Fenster Musik, üppige Girlanden verzieren die Balkone, es wird getanzt und gelacht bis in die Morgenstunden. Nicht nur die Sardine ist das herausragende kulinarische Abenteuer in Lissabon.

Die einfachen Fischrestaurants entlang des Hafens sind das kulinarische Herz der Stadt. Hier wird die leckerste Sardinenpaste und der würzigste Käse serviert. Natürlich bekommt man auch überall den Edelschinken Pata Negra, der von iberischen Schweinen stammt, die nur mit Eicheln gefüttert werden.

Eine Fahrt mit der knallgelben Straßenbahn, die sich quietschend durch Häuserschluchten zwängt, ist ein Muss.

Gelandet sind wir im Gato Pardo, einem einfachen Bistro mit sehr guter Küche. Serviert hat man uns einen ‚Cozido a Portuguesa‘, ein Eintopf mit Kartoffeln und Gemüse. Geräucherte Schweinswürste, Rindfleisch, Hähnchen und Schinken werden zusammen mit Schweinefett und dem Gemüse zu einem schmackhaften Fleischtopf.

Genau diesen Eintopf werden wir versuchen nachzukochen, wenn wir wieder zu Hause sind.

Den Fado aus den Gassen der Altstadtquartiere noch im Ohr, das Klagelied aus Poesie und starken Gefühlen, haben wir Lissabon sehr schweren Herzens wieder verlassen. Eines ist ganz sicher, das Team der gewuerzhelden.de kommt wieder.

Man kann die Stadt eigentlich jedem ans Herz legen, gerade jetzt im Vorfrühling. Das Team der gewuerzhelden.de wünscht viel Spaß bei einem Kurztrip in die Hauptstadt Portugals.