Gewürze aus aller Welt

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Heimische Wälder

22. November 2017

Das ganze Jahr sind wir in der Welt herumgereist, auf der Suche nach exotischen Gerichten. Jetzt haben wir beschlossen, einmal bei uns auf die Suche zu gehen. Unser ‚Reiseziel‘ war diesmal der Wald.

Schon die alten Germanen haben die Bäume als Sitz der Götter verehrt. Die Linde war beispielsweise der Liebesgöttin Freya geweiht.

Nach der Missionierung wurde aus der Freya-Linde die Marien-Linde zu Ehren der Mutter Jesu. Noch im Mittelalter hat man den Wald als Zuhause von Dämonen und Fabelwesen gesehen.

Heute ist der Wald Rohstofflieferant, Erholungsort für Spaziergänger, Sportler und natürlich Heimat für viele Wildtiere, allen voran das Reh. Damit das Reh die jungen Bäume nicht über die Maßen durch Verbiss schädigt, wird es kontrolliert geschossen und damit seine Anzahl auf ein für den Wald erträgliches Maß reduziert.

Statt eines Städtetrips haben wir einen Jäger in den Wald begleitet. Das Ziel war, frisches Wildfleisch aus heimischen Wäldern zu gewinnen.

Jagen heißt in der Regel früh aufstehen. Zum Glück wird es nach der Zeitumstellung erst um kurz vor acht Uhr hell. Das bedeutet aber trotzdem, dass wir schon um kurz vor 6.00 Uhr auf unserer Jagdkanzel sitzen müssen. Um 5.45 Uhr beginnt nämlich der sogenannte astronomische Sonnenaufgang, was bedeutet, dass der Horizont sich langsam grau färbt.

Mit unserem Jäger haben wir uns an einem Feldweg, der Zufahrt zum Revier verabredet. Kurze Begrüßung im Flüsterton und gleich ging es zu Fuß einen ausgewaschenen Weg hinauf. Das Revier liegt in der Vor-Rhön. Der Anstieg bringt Ungeübte ordentlich ins Schwitzen. Der Jäger hatte seinen Hund dabei, einen Deutsch Drahthaar, der unsere Hosenbeine erst einmal ausgiebig beschnüffelte.

Der Rest ist eigentlich ziemlich unspektakulär. Der Jäger hat uns eine recht bequeme Jagdkanzel zugewiesen, mit einer bequemen Leiter nach oben. Er hat uns ein Fernglas ausgeliehen. Mit der Maßgabe, dass wir uns schön ruhig verhalten, hat er uns alleine gelassen.

Dann ist er mit seinem Hund in der Dunkelheit verschwunden. Wir sollten so lange sitzen bleiben, bis er uns wieder abholt. Es hat keine Stunde gedauert, bis das Morgengrauen so langsam eingezogen ist. Wir konnten erkennen, dass unsere Kanzel am Rande einer kleinen Senke stand, mit Blick auf den gegenüberliegenden Waldrand.

Eine Gruppe von fünf Rehen konnten wir durch das Glas erkennen. Sie zupften am Waldrand ihr Frühstück von den Gräsern. Wenn man genau hinhörte, konnte man sogar dieses Zupfen hören. Das Dorf zu Füßen des Berges war an diesem Sonntagfrüh noch nicht erwacht. Nur der Sieben-Uhr-Schlag vom Kirchturm durchbrach die Stille.

Dann kam der Schuss. Die Rehe vor uns beeindruckte der Knall überhaupt nicht, sie zupften friedlich weiter. Einzig ein Rabe über uns machte seinen Unmut über den Gewehrschuss lauthals Luft.

Eine gefühlte halbe Stunde später erschien der Drahthaar unter unserer Leiter und gleich darauf sein Herrchen. Er führte uns zu dem Reh, das da friedlich auf der anderen Seite der Senke im Gras lag. Es war ein sauberer Schuss, direkt auf das ‚Blatt‘, wie die Waidmänner sagen.

Was da im Gras lag war ein weibliches Stück. Rehböcke dürfen jetzt nicht mehr geschossen werden. Mit roten Wangen von der Kälte und eigentlich enttäuscht darüber, dass dieser Jagdausflug damit schon zu Ende war, haben wir uns auf den Weg in die Wildkammer gemacht.

Aufbrechen und Versorgen erledigt unser Jäger möglichst in seiner Wildkammer (das ist übrigens ein höchst modern ausgestattetes kleines Schlachthaus, bis zur Decke sauber weiß gekachelt). Hygiene hat allerhöchste Priorität, denn schließlich darf der Jäger das Lebensmittel Wildfleisch auch an andere verkaufen.

Wie haben im Anschluss dann in seiner großen Wohnküche zusammengesessen und er hat uns vom Wald und vom Wild erzählt. Zum Frühstück gab es gleich ein sehr delikates Wildgericht. Die Leber des frisch geschossenen Rehs mit Zwiebel und Apfelscheiben in einer Pfanne gebraten, nur mit ein bisschen Salz gewürzt. Noch nie haben wir ein solches Frühstück bekommen, zumal es Rehleber im Supermarkt nicht zu kaufen gibt.

Wir jedenfalls haben beschlossen eine Rehkeule aus der gut gefüllten Kühltruhe des Jägers mitzunehmen. Angesteckt vom Geschmack unseres Frühstücks möchten wir uns zu Hause einen Rehbraten kreieren. Versehen mit den allerbesten Tipps für die Zubereitung, haben wir uns von unserem Jäger und seinem Drahthaar verabschiedet.

Wir können nur empfehlen Kontakt zu einem Jäger zu suchen, der bereit ist, sich bei der Gewinnung von edlem Wildfleisch auf die Finger schauen zu lassen. Früh aufstehen und im Wald auf einem Hochsitz draußen in der Natur zu sitzen ist schon für sich betrachtet ein gewaltiges Erlebnis.

Das Team der gewuerzhelden.de wird jedenfalls versuchen die Rehkeule in der eigenen Küche, nach den Tipps des Jägers, in ein ordentliches Mahl zu verwandeln, versprochen.

Ente, gefüllt mit den ‚acht Schätzen’

19. November 2017

Nach unserem Shanghai-Trip haben wir versprochen, uns an der legendären Ente mit den ‚acht Schätzen’ zu versuchen. Den Chinesen wird nachgesagt, dass "sie alles essen, was vier Beine hat, außer den Esstisch und alles was fliegt, außer ein Flugzeug.”

Es gibt wahrscheinlich so viele Rezepte für die Ente mit ‚acht Schätzen’, wie es chinesische Köche gibt. In Shanghai haben wir Huhn, Shrimps, Rindfleisch, Schweinfleisch und diverse Pilze, Paprikaschoten, Erbsen, Sojasprossen und Zwiebeln herausschmecken können. Ob das jetzt schon alle acht Schätze waren, ist nicht genau nachzuvollziehen. Ehrlich gesagt war die Ente nicht gefüllt, sondern die Ententeile gab es extra dazu.

Unser Ehrgeiz war, die Ente wirklich zu füllen mit den Schätzen. Zuerst einmal wurde sie beschafft. Wir haben unsere Ente frisch geschlachtet direkt beim Bauern besorgt. Er hat uns etwas über die Haltung erzählt und wir haben sehen können, wie er seine Enten hält. Wer für die Ente auf die Tiefkühltruhe im Supermarkt zurückgreifen muss, sollte auf die Auszeichnung ‚aus bäuerlicher Auslaufhaltung‘, nicht aus ‚bäuerliche Aufzucht‘ achten.

Verlässliches Kennzeichen für Frische und Qualität bei Entenfleisch ist eine straffe, helle und trockene Haut, ohne Flecken oder Risse. Außerdem riecht frische Ente dezent und angenehm.

Die unterschiedlichen Fleischsorten haben wir uns bei unserem Metzger besorgt. Erbsen und Sojasprossen kamen aus der Dose. Zwiebeln hat die gute Küche ohnehin immer vorrätig.

Als einziges Gewürz haben wir passend dazu das Fünf-Gewürze-Pulver bereitgestellt. Der intensiv würzige Geruch und der arteigene, typische Geschmack ist nicht nur für die chinesische Küche zu gebrauchen.

Auf geht’s, den Wok angeworfen. Ein Wok ist zwar nicht unbedingt notwendig, aber, wenn er wie in unserem Falle vorhanden ist, klappt das Braten der ‚acht Schätze’ stilecht.

Zum Braten haben wir das Olivenöl nativ extra mit etwas Butterschmalz gemischt, damit kann man das feine Öl der ersten Güteklasse ohne Probleme auch höher erhitzen.

Zuerst das Fleisch in den Wok, gewürzt mit dem Fünf-Gewürze-Pulver, richtig schön kross angebraten. Anschließend kommt das Fleisch wieder heraus. Dann müssen die Shrimps, die Erbsen und die klein geschnippelten Paprikaschoten in den Wok. Den Abschluss machen die Pilze, zusammen mit den Sojasprossen und den Frühlingszwiebeln.

Bei den Pilzen haben wir auf einen selbst gesammelten Vorrat von Semmel-Stoppelpilzen aus der eigenen Gefriertruhe zurückgegriffen. Noch etwas Knoblauch dazu und ebenfalls das Fünf-Gewürze-Pulver. Alles zusammen haben wir dann mit Alufolie abgedeckt und warm gestellt.

Unsere Ente haben wir gewaschen und in einem großen Topf ca. 20 Minuten geköchelt. Nach dem Herausheben wird die Ente schön abgetrocknet und ebenfalls mit dem Fünf-Gewürze-Pulver gut eingerieben. Dann haben wir die Ente mit all den angebratenen Geheimnissen gefüllt, obendrein noch ein paar Cashewnüsse dazugegeben und ab in den Ofen. Jetzt sieht die Ente genauso aus wie eine gefüllte Ente bei uns. Nur die Gerüche, die sich in der Küche ausbreiten, sind richtig schön geheimnisvoll exotisch.

Nach guten zweieinhalb Stunden ist die Ente goldbraun. Zwischendurch haben wir das Federvieh immer wieder mit einer Mischung aus Sojasauce, Olivenöl und Honig eingepinselt und einmal umgedreht.

Den obligatorischen Reis haben wir dazu serviert und ebenso im Wok karamellisierte Pflaumen, auch davon hatten wir noch reichlich in der Kühltruhe.

Das Ganze funktioniert natürlich genauso mit Ententeilen, wie auf den Straßen von Shanghai.

Alle Mitesser haben gefunden, dass die europäische Version, der mit ‚acht Schätzen’ gefüllten Ente, auch in Shanghai ein echter Hit werden könnte. Geschmeckt hat es jedenfalls allen.

Das Team der gewuerzhelden.de wünscht viel Spaß beim Nachkochen und keine Angst, welche Schätze in der Ente versteckt werden, muss ja nicht jeder wissen und nachgezählt werden sie bestimmt auch nicht.

Wie wär’s denn mal mit Shanghai

15. November 2017

Moderne Architektur, viele verschiedene quirlige Stadtteile und prachtvolle Einkaufsstraßen erwarten den Besucher. Die Flüge in die Metropole sind erschwinglich und beginnen bei 420 Euro. Wer die lange Flugzeit von über 10 Stunden nicht scheut, sich genug zu lesen mitnimmt und auf langen Flügen gut ruhen oder schlafen kann, wird diesen Trip nicht bereuen.

Das erste, was man aus dem Flieger beim Anflug auf den Shanghai Pudong International Airport sieht, sind viele grüne Parks. Der Flughafen ist rund 30 Kilometer vom Stadtzentrum entfernt. Die Fahrt mit dem Transrapid Shanghai, der Magnetschwebebahn, die bei uns (leider) nicht gebaut wurde, geht in rasender Geschwindigkeit. Wenn der Lokführer richtig Gas gibt, fährt das Ding mit berauschenden 431 km/h. Die Fahrt dauert nicht ganz siebeneinhalb Minuten.

Das Ziel ist die Metrostation Longyang-Straße kurz vor der Finanz- und Handelszone Lujiazui, direkt neben dem Messezentrum Shanghai New International Expo Centre. Hotels sind in der Großstadt naturgemäß sehr teuer. Wir haben eine Möglichkeit gefunden, ein Apartment im Stadtzentrum (Puxi) für recht günstige 65 Euro zu mieten.

Shanghai kann gut zu Fuß erkundet werden. Es gibt überall breite Bürgersteige. Der Verkehr ist chaotisch und es empfiehlt sich dringend, nicht auf Grün bei den Fußgängerampeln zu bestehen. Die Autofahrer halten sich zwar meistens an die Rotphasen, die Motorradfahrer aber so gut wie nie. Richtige Fußgängerzonen gibt es nur an der Nanjing Road, das ist die beliebteste Haupteinkaufsstraße und am Bund, das ist die berühmte Uferpromenade im Viertel Huangpu.

Es gibt auch eine Altstadt, die man unbedingt gesehen haben sollte. Im Viertel Nanshi muss man in das quirlige Treiben der Altstadt eintauchen und fühlt sich in das alte China versetzt.

Für Kunst- und Kulturliebhaber ist das Shanghai Museum das richtige Ziel. Eine Führung ist unbedingt empfohlen, denn nur so kann man etwas über die chinesische Kunst erfahren.

Im Stadtbezirk Jing kann man im buddhistischen Tempel den elf Tonnen schweren Buddha aus Jade bewundern, Fotomotive sind überall. Keinesfalls auslassen darf man den 457 Meter hohen Fernsehturm namens ‚Perle des Orients‘. Eine Pause im Cafe des Fernsehturms lässt so etwas wie Muße im Trubel aufkommen.

Türme und Hochhäuser gibt es in dieser Stadt jede Menge. Der 88 Etagen hohe Jin Mao Turm gehört ebenfalls zum Pflichtprogramm. Auf der Mitte der Aussichtsplattform in 340 Metern Höhe schaut man durch Glasplatten nach unten. Der Blick auf das größte Hotelatrium der Welt ist von oben atemberaubend.

So viel Sightseeing macht Hunger. Essengehen ist eine der größten Höhepunkte dieses Trips. Hier in Shanghai können Spezialitäten aus jeder Provinz Chinas probiert werden. Von der weltberühmten Pekingente bis zu den gefüllten Teigtaschen ‚dim sum‘ wird von scharf bis süß-sauer, knusprig oder schlabberig alles geboten.

In Chinas Küche bestimmen von jeher Reis, Fisch und Meeresfrüchte den Speiseplan. Huhn und Ente dürfen natürlich nicht fehlen. Gekocht und gebraten wird immer mit viel Öl, Sojasoße und Reiswein. Fast alles wird paniert und frittiert und die ‚Nachspeise’ ist meist eine warme Suppe.

Ganz höflich ist es, die Teller nicht ganz leer zu essen. Man glaubt nämlich, dass der Gast nicht satt geworden ist, wenn er wie gewohnt den Teller leer isst.

Wir haben in Shanghai auf den Straßen für sehr schmales Geld sehr gut gegessen. An den ‚Tischsitten‘ der Einheimischen darf man keinen Anstoß nehmen. Sitten wie Spucken, Rülpsen und Knochenteile mit den Fingern aus dem Mund pulen gehört zum guten Ton auch in Restaurants.

Grüner Tee wird überall angeboten. Es gibt natürlich auch das leichte Tsingtao-Bier zum Essen. Maotai ist ein Schnaps, der recht gefährlich werden kann. Wenn einer das Glas hebt und ‚ganbei‘ sagt, dann prostet er seinen Mitmenschen zu und fordert dazu auf, das Schnapsglas in einem Zug zu leeren. Wer dieses ‚Prost‘ einmal annimmt, ist für die Nacht verloren. Der ‚Gastgeber‘ wird dafür sorgen, dass das Schnapsglas nicht leer wird und er wird obendrein erwarten, dass der ‚reiche‘ Ausländer die Zeche bezahlt.

Beim Aussuchen von Streetfood haben wir uns immer nur auf unsere Nase verlassen, was gut gerochen hat haben wir probiert. Man riecht, ob der Straßenkoch frisches Öl zum Frittieren verwendet oder sein Maschinenöl auf diesem Weg entsorgt.

Wir haben uns an Ente richtig satt gegessen und sind nie reingefallen. Der Höhepunkt war eine gebratene Ente, gefüllt mit den ‚acht Schätzen’ - lecker! Wir haben beschlossen, uns in unserer heimischen Küche an diese Ente zu wagen.

Der Trip nach Shanghai ist auf jeden Fall die Zeit und den finanziellen Einsatz wert. Das Team der gewuerzhelden.de wünscht einen wunderschönen Städtetrip in die Weltmetropole.

Grüne Soß’

25. Oktober 2017

Bei unserem Frankfurttrip haben wir in einer der bekanntesten ‚Eppelwoi-Wertschafte‘, im ‚Fichtekränzi‘, ein ‚Frankfurter Nationalgericht’ nämlich Rindfleisch mit ‚Grüne Soß‘ gegessen und sofort beschlossen der Sache auf den Grund zu gehen.

Überall steht zu lesen, dass für die originale ‚Grie Soß‘ mindestens 7 Kräuter gebraucht werden. Möhren, Petersilienwurzel und Sellerie gehören auf jeden Fall dazu. Schnittlauch, Sauerampfer und Borretsch, damit wären wir bei Nummer 6. Zu guter Letzt noch Kresse und Kerbel, mindestens 7 Kräuter sind vorgeschrieben. Wenn es mehr sind, umso besser.

In einer großen Salatschüssel haben wir Dickmilch und Sauerrahm, verdünnt mit etwas normaler Milch, vorsichtig vermengt. Abgeschmeckt mit Pfeffer, Salz, Zucker, Senf, Öl und Weinessig das Gemisch bereitgestellt.

Alle Kräuter haben wir nur kurz unter fließendem, kalten Wasser gewaschen und mit Haushaltspapier trockengetupft.

Dann kam der wichtigste Schritt: Die Kräuter mit einem Messer fein schneiden. Der Einsatz einer Küchenmaschine oder gar eines Fleischwolfs ist dabei unbedingt tabu. Bei solchen Brachialmethoden würden höchstens die Pflanzenfasern zerquetscht und heraus käme ein gemanschter Kräuterbrei.

Die geschnittenen Kräuter haben wir mit einem einfachen Kochlöffel in die abgeschmeckte Dickmilch-Sauerrahm-Mischung vorsichtig eingerührt. Auch in diesem Fall wäre der Einsatz eines elektrischen Küchengerätes allenfalls dazu angetan, dass sich Johann Wolfgang von Goethe im Grabe umdreht. Die ‚Grie Soß‘ soll ja der Legende nach Frau Aja, die Mutter von Johann Wolfgang von Goethe, erfunden haben.

Als letzter Akt kommen noch klein geschnippelte, hart gekochte Eier dazu. Die haben wir mit dem Kochlöffel untergerührt, bis die Soße eine leicht gelbliche Farbe angenommen hat.

Keinesfalls grün soll die Soße erscheinen, das wäre ein Zeichen dafür, dass wir zu wenig Eier genommen haben.

Damit sich der Geschmack der Kräuter richtig entfalten kann, geben wir die Soße jetzt für ein paar Stunden zugedeckt in den Kühlschrank.

Die Zwischenzeit haben wir genutzt, um das Rindfleisch vorzubereiten. Eine halbierte Zwiebel haben wir in der Pfanne ohne Fett auf der Schnittfläche dunkel angebraten. Dann einen großen Topf mit Wasser aufgestellt, Lorbeerblatt, Nelken, Pfefferkörner etwas Salz zusammen mit der angebratenen Zwiebel aufkochen lassen.

Lorbeerblatt, Nelken, Pfefferkörner gibt es, wie viele andere Gewürze, ohne Einkaufsstress im Shop der gewuerzhelden.de per Klick einfach zu bestellen.

Das Rindfleisch dazu und bei mittlerer Hitze schön zwei Stunden köcheln lassen. Später haben wir noch etwas Suppengrün dazu gegeben.

Danach wurde das Rindfleisch, in unserem Fall ein Tafelspitz, in Scheiben geschnitten. Zusammen mit der kalten Grünen Soße und Salzkartoffeln kam das Fleisch auf die Teller.

Das Lied ‚Frau Rauscher von der Klappergasse‘ im Ohr, den mitgebrachten Bembel mit ‚Eppelwoi‘ gefüllt und von unserem Städtetrip nach Frankfurt erzählt.

Das Team der gewuerzhelden.de wünscht jedenfalls viel Spaß beim Nachmachen und guten Appetit.

Frankfurt

18. Oktober 2017

"Wer nix uff's Stöffche hält, der daut aam laad", sagen die Frankfurter. „Wer nichts vom Apfelwein hält, der kann einem leid tun." Also, was liegt näher, ab zu einem Kurztrip nach Frankfurt.

Viele Besonderheiten machen die BigCity am Main für Besucher reizvoll. Eine dieser Besonderheiten ist jedenfalls die Frankfurter Mundart. Man muss schon genau hin hören, wenn in Sachsenhausen, dem gastronomischen Nabel der Stadt, vom ‚Wäldchestag‘ erzählt wird.

Dieser ‚Nationalfeiertag‘ der Frankfurter wird in jedem Jahr Anfang Juni mit ‚Eppelwoi’, Musik und guter Laune mitten im Frankfurter Stadtwald gefeiert und das schon seit 1792.

Man nimmt an, dass der jährliche Pfingstaustrieb des Viehs und die anschließende Waldbrotzeit der Knechte und Mägde Anlass zu diesem fröhlichen Fest im Stadtwald war.

Aber die Stadt Frankfurt kann auch anders, sie gilt als die internationalste Stadt in der Republik. Menschen aus mehr als 170 Nationen sind in Frankfurt zu Hause. 175 ausländische Banken haben ihren Sitz in der Stadt und 109 Konsulate, dazu noch viele diplomatische Vertretungen.

Auch wenn der 1931 vollständig aus Holz gebaute Goetheturm jüngst durch einen Brand völlig zerstört worden ist, Frankfurt hat noch viele andere Sehenswürdigkeiten, deren Besuch sich wirklich lohnt.

Der Römer, das Frankfurter Rathaus, ist eines der schönsten und ältesten Rathäuser der Republik. Seit über 600 Jahren wird im Römer regiert, deutsche Kaiser sind dort ein- und aus gegangen, weltbekannte Fußballstars haben vom Balkon gewunken.

Der Dom überragt mit seinen 95 Meter, trotz der Hochhausskyline, die Frankfurter City. Seit 1356 war der Dom Krönungsort der deutschen Kaiser.

Um zwischendurch zur Ruhe zu kommen, ist ein Besuch im Palmengarten angesagt. Die faszinierende Vielfalt der internationalen Pflanzenwelt in Themengärten und Gewächshäusern zu erleben ist äußerst entspannend.

Unbedingt erleben muss man Alt-Sachsenhausen.

Man fühlt sich in den schmalen Sträßchen und kleinen Plätzen mit Kopfsteinpflaster, Fachwerkhäusern und Brunnen in gemütliche alte Zeiten versetzt. Tür an Tür reihen sich in der Großen und Kleinen Rittergasse, in der Paradies- und Klappergasse die ‚Eppelwoi-Wertschafte‘.

Auf Bänken sitzt man dicht gedrängt an langen Holztischen und trinkt sein ‚Stöffche‘. Dazu haben wir ein hervorragendes Rindfleisch mit Grüner Soße gegessen, eine der bekanntesten Frankfurter Spezialitäten. Das Liedchen von der ‚Frau Rauscher von der Klappergasse‘ im Ohr sind wir dann in unser Quartier gewandelt. Die Jugendherberge, neudeutsch Hostel, direkt am Main gelegen, ist eine wunderschöne Basis für den Städtetrip. Ein Doppelzimmer gibt es da ab 17 Euro, für Frankfurt ein wahrhaftes Schnäppchen.

Den nächsten Tag haben wir mit einem ausgedehnten Einkaufsbummel verbracht, denn Frankfurt ist ein echtes ‚Shopping-El Dorado‘.

Unzählige Einkaufsstraßen und Einkaufzentren buhlen um den Geldbeutel der Besucher.

Die Frankfurter kulinarischen Spezialitäten haben es uns dabei wirklich angetan, ‚Handkäs' mit Musik‘ ist das leckere Fast-Food für den kleinen Hunger zwischendurch. In der Apfelwein-Wirtschaft ‚Fichtekränzi‘, in der Wallstraße, haben wir ein Rindfleisch mit ‚Grüner Soß‘ gegessen und sofort beschlossen das Gericht zu Hause nachzukochen.

Als Souvenir hat ein originalgetreuer Bembel Zugang zu unserer Reisetasche gefunden, denn der ‚Eppelwoi‘ gehört zwingend zu diesem Gericht.

Alles in allem, ein Kurztrip nach Frankfurt ist unbedingt empfehlenswert. Das Team der gewuerzhelden.de wünscht jedenfalls einen wunderschönen Städtetrip in die MainCity.

Bis bald, beim Versuch in der heimischen Küche die ‚Grüne Soß‘ mit Rindfleisch 'nachzubasteln’.

Weil: „Nix so uff dare Welt mecht aam so Fraad." In Übersetzung: „Weil nichts auf der Welt so viel Freude macht.”